KNB109M - Karin Macks Tagebuch

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Re: KNB109M - Karin Macks Tagebuch

Beitragvon RespawnLARPer » Di 16. Feb 2016, 23:19

Eintrag 21 - 14.11.2012

Irgendwie finde ich es merkwürdig, dass mir sowohl Victor, als auch diese Direktorin Emma Marx mir
ständig ausweichen, woher sie meinen Namen und Adresse haben und was das überhaupt für ein
Seminar sein soll. Habe Victor nochmal darauf angesprochen und heute auch der Direktorin
eine direkte Mail geschrieben. Ich wüsste schon gern, woher sie meine Daten haben. Andere könnten
auch auf gleichem Wege an die Daten ran kommen...
Was meinen die mit qualifizierten Betreuern??? Worin qualifiziert? Ich kenne ja noch nicht mal den
Inhalt dieser Seminare. Wahrscheinlich irgend so ein Esotherik-Kram, den ich eh nicht verstehe, oder
mir jegliches Verständnis dafür fehlt.
Was mir in meiner Situation wohl eher weiter hilft, ist endlich mal etwas Selbstbewusstsein zu entwickeln.
Ich traue mich ja nicht mal vor meine Wohnungstür, was ziemlich Kontraproduktiv ist, wenn man in
Erwägung zieht, einen Selbstverteidigungskurs zu machen. Aber erst mal da hin kommen...
Eigentlich wollte ich mich gestern schon dazu aufraffen... Bin zittrig an der Wohnungstür gestanden
und habe immer wieder auf den Flur hinaus gesehen. Bei jedem kleinen Geräusch habe ich die Tür
sofort wieder in`s Schloss fallen lassen!
Ich packe es einfach nicht...
Was will ich mit einem Teppichmesser gegen diese Leute schon ausrichten, wenn sie draußen
auf mich warten sollten?!

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Re: KNB109M - Karin Macks Tagebuch

Beitragvon RespawnLARPer » Di 16. Feb 2016, 23:20

Eintrag 22 - 16.11.2012

oh man... dafür dass ich keine schlafenden Hunde wecken wollte, mache ich einen ganz schönen Lärm...
Gestern hatte ich mal wieder ein entsetzliches Tief. Victor hat sich seit meiner e-mail vor vier Tagen wieder
nicht gemeldet. Dabei hatte ich ihm geschrieben, wie mies es mir geht und dass ich mich nichtmal mehr
vor meine Wohnungstür traue... Was hatte ich mir erhofft? Dass er tröstende Worte für mich findet und mir
hilft? Habe ich nicht schon vor Jahren die Erfahrung gemacht, dass man verlassen ist, wenn man sich auf
andere verläßt? Ich hätte es besser wissen müssen... Niemand interessiert sich für mich...
Diese Emma Marx hatte sich auf meine direkte Frage, wie sie an meine Adresse gekommen ist auch zwei Tage
lang nicht gemeldet, obwohl laut FB-Protokoll eindeutig gelesen wurde.
So weit bin ich schon, dass ich darauf achte, ob eine Mail gelesen wurde...
Aber zu allem Überfluß habe ich mich in den Gedanken verrannt, dass alles nur ein Test ist, ob ich auch wirklich die Füsse still halte und
dass Victor mit meiner Entführung etwas zu tun hat. In meiner Wut auf mich selbst über meine Dummheit,
habe ich die zwei Weinflaschen geleert, die mir der Getränkelieferrant als treuer Kunde überreicht hatte.
Billiges Zeug, aber es erfüllte seinen Zweck. Zumal ich Alkohol nicht gewöhnt bin.
Vielleicht ein bisschen zu gut, denn als am Abend doch noch
eine Nachricht von der Direktorin der Shrewsburry-Stiftung ein traf, habe ich wohl gewaltig überreagiert...
Jetzt will sie mir irgendeine Public Health Managerin vermitteln, die mir helfen soll. *ARGS*
Noch mehr Leute, die von mir wissen...
Als ob ich mit dem Kater, den ich heute habe nicht schon genug zusätzliche Probleme hätte!

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Re: KNB109M - Karin Macks Tagebuch

Beitragvon RespawnLARPer » Di 16. Feb 2016, 23:20

Eintrag 23 - 17.11.2012

Ich denke ich tue Victor unrecht. Er ist bestimmt ein feiner Mensch.
Um so viel Licht und Liebe in den Menschen sehen zu können verschliesst er sich
wohl vor Dingen, die seine Sicht auf die Welt trüben könnten.
Das kann ich ihm nicht verübeln.
Ich bin kein Umgang für ihn, wo ich nur die Angst, Grausamkeit und den Tod sehe.
Es ist besser, wenn ich auf Abstand gehe und Victor in Ruhe auf seine
Aufgabe vorbereiten lasse. Es ist falsch von mir ihn aus seiner heilen Welt zu
reissen, indem ich meine Probleme bei ihm ablade...
Diese Public Health Managerin hat sich glücklicherweise nicht gemeldet.
Mir ist dieses plötzliche Interesse an mir unheimlich.
Warum ich? Warum muss ausgerechnet ich diese Fähigkeiten entwickeln???
Ich fange schon an zu haluzinieren. Morgens sehe ich für einen Moment
"Mungo" an meinem Bett sitzen und mich beobachten. Mittlerweilen sehne
ich mich unendlich danach, dass er bei mir ist und mich einfach nur
in den Arm nimmt. Aber es ist niemand da... Niemand der sich für mich
interessiert... Geschieht mir ganz recht! Ich hatte mich auch nie interessiert...
Ich bin so weit! Ich brauche mir keinen Mut mehr anzutrinken, um meinen
letzten Schritt durchzuziehen. Einfach sanft einschlafen und all die Quälereien
sind vorbei. Dem Tod ein Letztesmal begegnen... Ein endgültiges mal.
Vielleicht waren die ganzen Visionen ja auch ein Wink mit dem Zaunpfahl,
dass meine Zeit längst gekommen ist.
Niemand wird mich vermissen. Was soll ich dann noch hier?
Lebt wohl!

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Re: KNB109M - Karin Macks Tagebuch

Beitragvon RespawnLARPer » Di 16. Feb 2016, 23:21

Eintrag 24 - 28.12.2012

Heute habe ich mein Tagebuch zurück bekommen. Mein erster Tag so richtig in Freiheit, nachdem ich die letzten Wochen,
nach meinem "Gasunfall" in der Psychiatrie verbracht hatte.
Aber es war ganz in Ordnung hier. Vor allem fühlte ich mich nicht mehr so alleine. Heute darf ich auf das Seminar
der Shrewsbury-Stiftung fahren. Ich bin schon ganz nervös!
Victor und Herr Sanddorn werden auch da sein. Die letzte e-mail von Herrn Sanddorn hat mich etwas
beunruhigt. Sogar er hat den Verdacht, daß wir dort geradezu auf dem Präsentierteller für Menschenhändler-
Organisationen sitzen, die sich auf den Handel mit besonders Befähigten spezialisiert haben...
Aber warum will Herr Sanddorn dann, daß ich zu diesem Seminar fahre? Ich wäre in der Psychiatrie
doch viel sicherer...
Möglicherweise denkt er, ich könnte jemanden identifizieren. Aber er hat doch selbst die Leute gesehen,
die mich wie ein Versuchstier behandelt hatten... Ich habe noch immer die Hoffnung, daß man mir auf
dem Seminar zeigen kann, wie ich meine Fähigkeiten in den Griff kriege.
Am liebsten wäre es mir sie ganz los zu werden... Mal sehen...
In ein paar Minuten werde ich von Frau Gilmore kennen lernen, die ich am HBF von Ingolstadt treffen soll.
Die Public Health Managerin der Shrewsbury-Stiftung. Ich hoffe sie findet mich, aber mein Arzt meinte
sie würde mich erkennen. Naja... nachdem mein Bild ja schon durch die Zeitung ging...


Die Fahrt war sehr angenehm. Ich musste keine lästigen Fragen beantworten, oder gar Smaltalk betreiben.
In der Burg, wo das Seminar stattfindet, sind wir in Mehrbettzimmern untergebracht. Schlimmer, als in der
Psychiatrie... Nicht mal nach Geschlechter getrennt!
Wir sollen weitere Fragebögen für die Stiftung ausfüllen, die ich noch persönlicher finde, als die Ersten...
Auch Herr Sanddorn, der sich schon eingefunden hat, riet mir zur Vorsicht.
Victor habe ich noch nicht gesehen.

Laut Betteneinteilung sollte dieser Sänger Thomas Willhelm neben meinem Bett schlafen. Aber nun
hat sich da jemand Anderes eigerichtet. Weiß nicht, ob ich ihm trauen kann.
Im schlimmsten Fall schnarcht er... Aber ich habe Ohropax dabei!
Nur wenn mich jemand Nachts angreifen sollte, bekomme ich das vielleicht nicht mit...
Ob ich meine Tabletten für die Nacht nehmen soll?

Im Bett über mir ist Alexander Pilar eingeteilt worden. Heute Abend wurde mir mitgeteilt,
daß er mein "Alpha" sein soll. Ich glaube, er ist genauso wenig glücklich darüber wie ich...
Ich weiss nicht was das soll? Wozu brauche ich einen "Alpha"?!
Was soll der in meinem Leben richten können und was hat er davon???
Herr Sanddorn hat ihn zum vorsichtigen Umgang mit mir ermahnt.

Ich glaube mir wird das zu viel hier...

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Re: KNB109M - Karin Macks Tagebuch

Beitragvon RespawnLARPer » Di 16. Feb 2016, 23:21

Eintrag 25 - 29.12.2012

Die Nacht war hart... Bei so vielen Leuten im Zimmer, bekomme ich einfach kein Auge zu...
Die Letzte kam gegen 3 Uhr Morgens... Dann gab es zum Abendessen auch noch
Zwiebelsuppe... Ich glaube nicht, dass ich den Gestank im Zimmer beschreiben muss...
Bin früh aufgestanden, auch wenn ich beim Frühsport nicht mitmachen werde.
Aber das Gemeinschaftsbad habe ich wenigstens für mich gehabt.
Im Aufenthaltsraum pennt vor dem laufenden Fernseher so ein Rocker-Typ und
hier stinkt es, wie im Schnapsladen.
Mal sehen was der Tag noch bringt.
Weiß nicht, ob es richtig war Alexander, meinem "Alpha" den Zeitungsartikel
zu zeigen?

Der Tag war schlimm... ich komme mit "meinem" Alpha nicht klar...
Er versteht mich nicht mal ansatzweise. Für den späten Nachmittag hat er ein
Gespräch mit Herrn Dünnemann ausgemacht. Alexander will immer nur vorwärts
kommen auf seiner Karriereleiter, aber ich bin ihm dabei wohl egal...
Er fragt nie, was ich eigentlich möchte...
Beim Frühstück ließ er in einem Gespräch mit einem anderen Alpha lapidar den
Ausdruck fallen, er hätte es mit mir schlechter, aber auch besser treffen können
und auch, daß er mich als eine Art Klotz sieht, an dem er sich beweisen müßte...
Nachdem wir gestern Abend eigentlich einen Spaziergang machen wollten, um
über meinen Suizidversuch zu sprechen und uns kennen zu lernen, da war er auch
schon prompt wieder mit einem Sponsor im Gespräch, das in eine ungute Richtung
verlief... Die Rede kam auf Befähigte, die mit ihrer Situation nicht klar kommen und
sich schon von Hausdächern gestürzt...
Da mußte ich einfach gehen! Habe es nicht mehr ausgehalten...

Die Kurse waren ganz ok, aber doch nur mehr "Schnupperkurse". Irgendwie habe ich
das Gefühl, daß die Shrewsbury-Stiftung zwar einen emensen Aufwand betrieben hat
Alphas und Befähigte zu finden, aber weniger sich um die Kurse Gedanken zu machen...
Herr Sanddorn ist auch skeptisch. Generell sind die Sponsoren sehr aufgebracht.
Mir kommt der ungute Verdacht, daß die Kurse nur ein Vorwand sind, um alle hier
her zu bringen. Ich wurde vor Frau Engels gewarnt. Der Sponsor von SOS Rassismus glaubt
sie als eine Person erkannt zu haben, die einen guten Freund und Befähigten von ihm
diskriminiert haben und am Ende zu Tode gebracht. Wie genau, wollte ich nicht
nachfragen...

Hatte, wie weiter oben schon erwähnt, zusammen mit Alexander und Herrn Dünnemann
ein Gespräch. Anschliessend mit Victor.
Alexander versteht mich wirklich nicht... Meine Angst und Zurückhaltung interpretiert
er als narzistisch und egoistisch... So habe ich mich im Leben noch nie gesehen...
Ich will heraus finden, ob er wirklich mein Alpha ist und was seine Anwesenheit mir
bringt. Das hieße zwar, daß ich mich einer Situation stellen müßte, die mich noch
tiefer in Depressionen reißen wird, aber desshalb habe ich auch mit Victor gesprochen.
Ich bin mir sicher, daß er mir den nötigen Rückhalt geben kann. Etwas, was ich von
Alexander im Moment nicht behaupten könnte...
Wie einfach wäre es wohl, wenn Victor mein Alpha wäre...
Aber leider ist er es nicht.
Herr Sanddorn will mich unterstützen, aber er ermahnte mich auch, es nicht zu
überstürzen. Ich werde noch eine Nacht darüber schlafen.

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Re: KNB109M - Karin Macks Tagebuch

Beitragvon RespawnLARPer » Di 16. Feb 2016, 23:22

Eintrag 26 - 30.12.2012

Wir hatten gestern spät Abends noch ein Zusammentreffen der Befähigten und Alphas. Ohne jemanden von
der Stiftung, oder den Sponsoren. Jeder hat etwas zu sich und/oder seinen Fähigkeiten erzählt, so weit
ihm Bekannt. Jeder, der nichts zu sich (insbesondere seinen Fähigkeiten) erzählen wollte, sollte den Saal
verlassen. Alexander hielt es für gut, wenn wir blieben.
Ich hatte ihm kurz vorher alles erzählt. Vielleicht schafft er es ja jetzt sich in mich hinein zu versetzen. Ich hatte
Angst davor, vor so vielen Leuten meine Erlebnisse zu schildern...
Einerseits bin ich froh es mir von der Seele geredet zu haben, andererseits mache ich mir jetzt große Sorgen,
vielleicht doch einen Fehler gemacht zu haben. Was, wenn ich damit in ein Wespennest gestochen habe?
Was, wenn meinetwegen jemand zu Schaden kommt?
Hier scheint niemand so heftige Erfahrungen gemacht zu haben, wie ich...
Vielleicht sind diese Leute auch nur nicht erschienen?
Ich wäre es ja auch nicht, wenn Herr Sanddorn es nicht für gut gehalten hätte und als Chance für mich
wieder in`s Leben zurück zu kehren...

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Re: KNB109M - Karin Macks Tagebuch

Beitragvon RespawnLARPer » Di 16. Feb 2016, 23:22

Eintrag 27 - 31.12.2012

Gestern fühlte ich mich irgendwie erleichtert mit dem Gedanken, daß Leonhard mein Alpha
sein könnte...
Mittlerweilen denke ich, daß ich mich nur an diesen Gedanken klammere, weil ich mit
noch mehr Enttäuschung nicht umgehen kann, oder Angst davor habe damit umgehen zu
müßen...
Ich glaube ihm, daß er bereut, was er getan hat, aber so wenig, wie ich ihn hassen kann,
so wenig kann ich ihm verzeihen...
Ich fühle mich so leer, daß es mir sogar egal ist, ob hier irgendwo diese angebliche
Bombe hoch geht.
Es wäre mir sogar ganz recht, wenn mich das Ding erwischen würde...

Eigentlich wäre es an der Zeit meine "Stimmungsaufheller" zu nehmen.
Ich will mich aber nicht mehr selbst betrügen!


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