SAMURAI (Gajendra I) - Larp Bericht

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RespawnLARPer
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SAMURAI (Gajendra I) - Larp Bericht

Beitragvon RespawnLARPer » Di 16. Feb 2016, 22:59

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Spielbericht aus der Sicht eines NSC-Charakters
von Stefanie Winkler (gespielter Charakter: Gajendra Saii)



Gajendras Kopf tat von dem Schlag, den sie auf selbigen bekam,
unangenehm weh und ihre Lunge brannte wie Feuer. Keuchend
versuchte Sie Luft zu bekommen, doch die Atemmaske, welche ihr eine
der Romulaner heruntergerissen hatte, versagte ihren Dienst. In ihrem
Aktenkoffer hatte sie noch eine zweite Reservemaske, doch der stand
wohl noch auf der Brücke. Jedenfalls hatte keiner der Protection den
Koffer bei sich, als man sie niedergeschlagen und abgeführt hat,
nachdem man an ihrem Handgelenk befestigt eine Spritze und in Ihren
Haaren speziell präparierte Haarstäbe fand.
Nun lag sie auf der Krankenstation an einem Bett nahezu
bewegungsunfähig fixiert und hörte nur noch schwach, wie Ivan
verzweifelt versucht jemanden darauf aufmerksam zu machen, dass
Gajendra dringend eine neue Atemmaske braucht. Auch er war an sein
Bett fixiert, denn beide standen unter dringendem Tatverdacht die
Attentate an Bord der NDCE HIGHLANDER verübt zu haben.
Gajendra versuchte so wenig wie möglich zu Atmen, was ihr kaum gelang,
da ihre Lunge sich mit einem heftigen Husten gegen den Desinfektionsnebel zu
wehren versuchte.
Es verstrichen wohl nur wenige Sekunden, die ihr jedoch wie eine halbe Ewigkeit vorkamen...
voller Zweifel, ob sie auch das Richtige taten, begleitet von dem ständigen dröhnen
„Verseuchungsalarm“, da hatte Ihr jemand bereits eine neue Atemmaske angelegt und ihr irgendetwas injeziert. Was immer es war... das Brennen in der Lunge liess almählich nach, und ihr Atem wurde ruhiger, wenngleich von einem gelegentlichen Hustenanfall unterbrochen. Ihr Zeitgefühl schien hingegen völlig verloren gegangen zu sein.
Gelegentlich sah sie den, wie sie vermutete, Chefarzt der USS Highlander, der sie scannte, und sich nach
Ihrem Befinden erkundete.
Sie war erstaunt, daß Ihr eine solche Fürsorge überhaupt noch zu teil wurde, nachdem sie als Attentäterin
überführt und von einem Jedi zweifelsfrei festgestellt wurde, daß die ausgeführten Attentate bei voller
Zurechnungsfähigkeit und ohne geistiger manipulation oder Zwang durchgeführt worden waren..
Andererseits rief sie sich in Erinnerung, daß man sie ja noch lebend brauchte um herauszufinden um
welches Virus es sich handelt, das sie und Ihre Kollegen der Crew und einigen Abgesandten aus Kelowna,
sowie den Romulanern injeziert hatten. Ihren Diplomatenstatus hatte sie diese Fürsorge wohl weniger zu
verdanken, da man ihr diesen ohnehin nicht mehr abnahm, wenngleich ihr Handeln tatsächlich auf einem
diplomatischen Auftrag beruhte. Ihre Imunität würde sie zwar vor jedem Gericht der Union schützen, sollte
es zu einer Anklage kommen, doch das dürfte den Romulanern egal sein. Diese hatten bereits bewiesen,
daß sie auf deren Abschussliste stand...
Trotz des Geständnisses, das der Jedi Ihr, unter schnell gebrochenem Protest, sowie Verweis auf ihre
diplomatische Imunität, durch geistige Kontrolle erzwungen hatte blieben sowohl Ivan, als auch sie
beharrlich bei der Geschichte sich an die entscheidenden Augenblicke nicht zu erinnern, geschweigedenn
etwas von den Injektionsspritzen mit den unbekannten Viren zu wissen.
Gajendra merkte bald, daß es keinen Sinn mehr machte dem Jedi zu
unterstellen von ihr eine falsche Aussage erzwungen zu haben. Man
nahm ihr die Geschichte nicht mehr ab geistig beeinflusst worden zu
sein. Dem Jedi schien die Information zu genügen, daß die Attentate
nicht erzwungen worden waren; überließ Gajendra wieder Dr.Manson,
wie sie am Namensschildchen nun erkennen konnte, und verließ die
Krankenstation.
Somit schwieg sich Gajendra zu allen weiteren Fragen einfach aus. Die
Wahrheit in Anwesenheit der Romulaner, sowie der Kelowner
auszusprechen, würde den sicheren Tod bedeuten. Nicht nur für sie,
sondern auch für Vorash.
Wie sollte sie auch ahnen, daß der Angriff auf Vorash durch die
Romulaner bereits in vollem Gange war?
***Vorash ist ein kleiner Staat auf dem Klasse M-Planeten Vakuhn,
welcher sich aus zwei Kontinenten zusammensetzt. Wirtschaftlich uninteressant und technologisch nicht
sehr fortgeschritten, wurde eine Aufnahme in die Union bereits abgelehnt. Was ein herber Rückschlag für
Vorash war.
Während Kelowna den größeren und auch fortschrittlicheren Staat mit kulutrellen Sehenswürdigkeiten
bildet, der aus den restlichen sieben Kontinenten besteht. Kelowna hat schon lange vor Vorash
„einzugliedern“ und macht insgeheim gemeinsame Sache mit den Romulanern. Was nach aussen hin
natürlich vertuscht wird, um in die Union zu gelangen.***
Dr. Manson hatte gerade Ivan ohne Erfolg befragt und wandte sich nun
wieder an Gajendra. Routiniert überprüfte er Ihre Vitalfunktionen. Auf die
Frage, ob Gajendra ihn hören könne nickte sie nur knapp.
Er nahm neben ihr Platz, überprüfte nochmal die Fixierungen und sah sie
eindringlich an. Er wies sie darauf hin, daß mehrere Leben daran hängen
würden, wenn sie nicht Preis gibt, mit welcher Art von Virus sie es zu tun
haben. Als Gajendra weiterhin starr vor sich hinblickt und keine anstalten
macht auf die Frage zu antworten, wies er sie nochmals darauf hin, daß
sie den Tod von mindestens zehn Menschen zu verantworten hätte, wenn
sie nicht redet. Auf ein solches Verbrechen stünde die
Bewustseinslöschung!
Beides konnte sie nicht schrecken. Das Ziel rechtfertigte ein solches
Opfer, denn die Alternative wäre nicht nur für Vorash das Aus. Eine
Union, die nur noch Spielball der Romulaner ist... Gajendra wollte diesen
Gedanken besser nicht weiterspinnen...
Abgesehen davon wusste sie aus Sicherheitsgründen tatsächlich nicht um welches Virus es sich handeln
würde. Die Preisgabe einer solchen Kenntnis, wäre das Ende der ganzen Aktion. Ihre Informationen waren
lediglich, daß es ein Gegenmittel auf Vakuhn gab, das der Mannschaft verabreicht würde, sobald sie dort
eintreffen. Dazu hatten sie ein Zeitfenster von etwa 20 Stunden. Danach käme jede Rettung für die
Infizierten zu spät.
Dr. Manson hingegen versuchte ihr in`s Gewissen zu reden. Mehrmals vergewisserte er sich, daß sie ihn
überhaupt verstehen konnte, und nicht Aufgrund ihrer angeschlagenen Gesundheit weggetreten war, zumal
auch sie an dem Virus erkrankt war, als sie ein Crewmitglied der HIGHLANDER mit einem Ihrer
präparierten Haarstäbe infizierte, welches sie wie durch Zufall hat fallen lassen. Daß sie dabei selbst
erkranken würde nahm sie in kauf.
Somit zeigte die Drohung von Dr.Manson, daß auf dieses Verbrechen eine Bewusstseinslöschung (was
immer das sein mag) stünde, wenig Wirkung, da sie, wenn die Aktion fehlschlagen würde, ohnehin an dem
Virus stirbt. Vorausgesetzt die Romulaner würden dem Virus nicht zuvorkommen...
Ob sie denn nicht Familie hätte, wollte Manson wissen.
Gajendra schwieg weiterhin, wenngleich die Erwähnung ihrer Familie ihr einen kleinen Stich versetzte. Im
Moment sah es ganz danach aus, daß sie ihre Familie sehr wahrscheinlich nicht mehr wiedersehen wird.
Sie hatte sich vor Jahren schon im Streit von ihrer Familie getrennt. Nach Aussen hin sollte es überzeugend
aussehen, wenn sie nach Kelowna überwechselt und Vorash den Rücken kehrt, falls man hinter ihre wahre
Identität kommt. Offiziell war sie als Waise in einem mittlerweilen abgebranntem kelownischen Waisenhaus
aufgewachsen, womit sich fehlende Unterlagen ihrer Herkunft leicht erklären liessen. Sie engagierte sich
politisch viel für Kelowna, um Vertrauen in Ihre Loyalität zu gewinnen und in Wahrheit Informationen an
ihren Heimatstaat Vorash weiterzuleiten. Als ein Kollege in Erfahrung brachte, daß Kelowna bereits
Verträge mit den Romulanern geschlossen habe, um in der Union verschiedene Handelsabkommen und
andere Verträge zu sabotieren, während sie selbst sauber im Hintergrund bleiben können, musste schnell
gehandelt werden. Die Verhandlungen zur Aufnahme Kelownas in die Union sollten schon bald stattfinden.
Ihnen war klar, daß die Regierung von Kelowna nicht mehr lange warten würde Vorash „mundtot“ zu
machen.
Eine Warnung an die Union abzusenden war zu Riskant. Die Romulaner könnten diese Abfangen und
Vorash dem Erdboden gleich machen... Es durfte keinesfalls durchsickern, daß Vorash Kenntnis von den
Plänen der Romulaner und Kelowna hat. Somit wurden Attentäter (welch unschönes Wort für die Aktion mit
dem Decknamen „Samurai“) unter die Deligation der Kelowner eingeschleust, um das Konferenzschiff
MANITOBA mit allen Mitteln zur Umkehr nach Vakuhn zu zwingen, damit die Verhandlungen nicht wie
geplant auf der Erde stattfinden würden, sondern vor Ort auf Vakuhn. Somitt hätten die Vorasher eine
Chance, auf die wahren Absichten der Kelowner aufmerksam zu machen.
Gajendra war eine der eingeschleusten Attentäter. Ihr Auftrag schien einfach. Die Besatzung sollte plötzlich
von einem unbekannten Virus befallen und damit zur Umkehr gezwungen werden, da das einzige
Gegenmittel nur auf Vakuhn zu bekommen war.
Doch bevor die Aktion gestartet werden konnte, blieb die „MANITOBA“ mit
Maschinenschaden liegen. Dies hätte möglicherweise Vorash die nötige
Zeit verschafft um einen anderen Weg zu finden die Union vor den Plänen
der Kelowner und der Romulaner zu warnen, wenn da nicht durch einen
unglücklichen Zufall die „NDCE HIGHLANDER“ unter dem derzeitigen
Komando von Captain Mayfield, in der Nähe gewesen wäre, auf welche die
diplomatische Gesandschaft, zum unverzögerten Weitertransport gen Erde,
hinübergebeamt wurden...
Die Mannschaft der „NDCE HIGHLANDER“ war von dem aprupten
eintreffen der Diplomaten, unter denen sich auch eine Gesandtsschaft der
Romulaner, sowie ein Jedi aus dem Kloster Minet Tabrun befanden,
mindestens ebenso überrascht, wie die Diplomaten über den nicht
standesgemäßen Empfang empört waren.
Der Tumult, der dadurch entstand, kam den Attentätern nur gelegen. Damit
war die Mannschaft der HIGHLANDER abgelenkt genug, und der für die MANITOBA konzipierte Plan wurde
schlichtweg an die neue Umgebung angepasst.
Als wenig später auch noch einer der kelownischen Gesandtschaft mit starken Krämpfen und Atemnot
zusammenbrach, da er, wie sich herausstellte auf ein katzenartiges Mitglied der Highlander-Crew allergisch
reagierte (auf Vakuhn gab es keine Katzen), konnte das Chaos nicht perfekter sein.
Reihenweise erkrankte die Besatzung und deren Gäste an einem unbekannten Virus. Die Krankenstation
war innerhalb kürzester Zeit voll.
Es schien alles wie geplant zu verlaufen. Auf der Krankenstation rätselte man, um welches Virus es sich
handeln würde. Das Einzige was sie tun konnten, war ein Mittel zu verabreichen, welches die Symptome
schwächte und den Kreislauf stabilisierte. Das Virus konnte es jedoch an der raschen Vermehrung nicht
hindern. Immerhin erwies es sich als nicht ansteckend.
Einer der Attentäter war aufgeflogen als er unvorsichtig wurde. Man
verbrachte ihn auf die Krankenstation, da er völlig desorientiert wirkte,
und behauptete sich an nichts zu erinnern. Zu weiteren Befragungen
sollte er später auf die Brücke gebracht werden.
Die Anderen hatten indess wie geplant drei Sprengkapseln auf der NDCE
HIGHLANDER gut verborgen angebracht. Diese sollten ein Gas
freisetzen, das bei Vermischung selbiges Virus aktivierte und eine
Aufnahme über die Atemwege ermöglichte, welches sie bereits in den
Spritzen mit sich führten. Gajendra hielt sich auf der Brücke auf, als die
Zeitzünder die Kapseln sprengten und somit das Gas freigesetzt wurde.
Unauffällig blickte sie auf die Uhr. Ivan war gerade zur Befragung auf die
Brücke gebracht worden, als sich die Türen schlossen und der Computer
sie darauf hinwies, daß ein unbekanntes Gas freigesetzt worden war, was
wiederrum ein Unterprogramm mit Namen „Terminator“, von dem noch
nichtmal die Crew der HIGHLANDER, ja selbst der Hauptcomputer
HAL9003 bislang wusste, aktivierte und nicht zu stoppen war.
Das „Terminator“-Programm hatte alle Türen verriegelt, um eine Ausbreitung des Gases zu verhindern.
Zusätzlich wurde eine Desinfektion des Schiffes eingeleitet und die Besatzung aufgefordert umgehend
Atemschutz anzulegen.
Sämtliche Systeme wurden heruntergefahren und ein Desinfektionsnebel in alle Räume, Kabinen und
Gänge eingeleitet. Der Crew war es nicht möglich diesen Vorgang zu unterbrechen. Die Attentäter hatten
bereits damit gerechnet, daß es eine derartige Schutzeinrichtung gäbe. Es kam ihnen nur entgegen, daß
Aufgrund der verriegelten Schutztüren es nicht mehr möglich sein würde infizierte Besatzungsmitglieder auf
der Krankenstation zu stabilisieren. Diese Tatsache konnte ihnen eine bessere Position verschaffen, um
Ihre Vorderungen, nämlich nach Vakuhn umzukehren, beim Captain durchzusetzen. Was jedoch nicht
eingeplant war, war die Tatsache, daß jenes Terminator-Programm jeglichen Zugriff auf die Steuerung
blockierte und alle Systeme heruntergefahren wurden.
Auf der Brücke herschte Chaos. Man sah seine Hand kaum vor Augen, da der gesamte Raum mit
Desinfektionsnebel gefüllt war. Das Hauptlicht war deaktiviert und der Raum wurde lediglich von difusem
roten Licht beleuchtet, welches darauf hinwies, daß die NDCE HIGHLANDER bereits auf Defcon1 gegangen
war.
Ivan wurde gut bewacht und Gajendra musst achtgeben, daß sie nicht
aufflog, wenn sie ein weiteres Crewmitglied infizierte.
Da war eine Frau mit seltsamer Haarfarbe, welche zu wissen schien, wie
man den Code an den Sicherheitstüren entschlüsseln konnte. Dies
musste verhindert werden, doch die Sicherheitsleute auf der Brücke
waren mittlerweilen sehr Aufmerksam geworden. Gajendra brauchte einen
passenden Augenblick, da kam Ihr auch schon der Zufall zu Hilfe. Zwei
Romulaner, sowie zwei Diplomaten aus Kelowna waren ebenfalls auf der
Brücke eingeschlossen worden und kamen sich heftig in`s Gehege. Die
Aufmerksamkeit der Sicherheitsleute war nun voll und ganz auf die vier
streitenden Diplomaten gerichtet. Gajendra fragte die Frau mit den
violetten Haaren, wie lange es denn noch dauern würde die Türen zu
öffnen, da ja schon alle am durchdrehen seien, wobei sie unauffällig mit
Ihrem Handgelenk deren Schulter berührte, als sie auf das Codefeld der
Tür deutete. Die Injektionsspritze an Ihrem Handgelenk tat leise und zuverlässig ihren Dienst... Es würde
noch etwas dauern, bis sich das Virus weit genug vermehrt hatte und die ersten Symptome auftraten.
Mittlerweilen war der Streit zwischen den Kelownern und den Romulanern, die sich gegenseitig unterstellten
für die Attentate verantwortlich zu sein, eskaliert und in eine Schlägerei ausgeartet. Gajendra hielt sich
dezent im Hintergrund und tat so, als sei sie völlig am Ende mit den Nerven. Jemand fragte ob alles in
Ordnung mit ihr sei und gab ihr den Rat sich doch für eine Weile zu setzen. Gajendra tat wie ihr geheissen
und blickte verstohlen zu den Kelownern und Romulanern hinüber, welche mittlerweilen von der Protection
mit Schlagstöcken ruhiggestellt worden waren. Auf den Gebrauch von Betäubungsphasern wurde aus
Sicherheitsgründen verzichtet, da diese den Desinfektionsnebel entzünden konnten.
Loretta, die Frau mit den seltsamen Haaren, zeigte mittlerweilen die ersten
Symptome der Viruserkrankung. Unbehandelt würde das Virus sie bald so
arg in Mitleidenschaft ziehen, daß sie nicht mehr dienstfähig war.
Gajendra konnte sich kein Mitleid leisten. Fieberhaft überlegte sie, wie sie
die Mannschaft dazu bringen konnte, ohne ihre Tarnung auffliegen zu
lassen, ihre Bemühungen auf die Wiedererlangung der Steuerung des
Schiffes zu lenken um Vakuhn anzufliegen... und sich nicht auf das öffnen
der Türen zu versteifen, was nur dazu führen würde, daß sich das Giftgas
aktivieren konnte.
Gäbe sie sich jetzt zu erkennen, war es den anwesenden Romulanern
zuzutrauen, daß sie absichtlich das Desinfektionsgas entzündeten, um alle
Zeugen, sprich die Crew der HIGHLANDER, zu eleminieren. Selbst wenn
dies ihr eigenes Leben forderte. Dies wäre die einzige Möglichkeit für sie zu
verhindern, daß die Union von den Verträgen zwischen Kelowna und
Romulus erfährt.
Ivan war gut bewacht worden. Er konnte für die erneute Infektion eines Crewmitglieds nicht verantwortlich
sein und verhielt sich ansonsten auch ganz ruhig. Somit wurden die „Streithähne“ auf mitgeführte Spritzen
durchsucht. Ohne Erfolg. Einer der Protection war gerade dabei zu melden, daß keiner der diplomatischen
Gesandtschaft irgendwelche verdächtigen Gegenstände bei sich hätte, wobei er Gajendra völlig übersehen
hatte, da viel dem Katzenwesen eben dieses Versäumnis auf. Gajendra musste sich zusammenreissen und
Ruhe bewahren. Sie hatten die Weisung so zu tun, als wüssten sie von nichts, wenn sie Aufflogen. Würde
sie jetzt auf ihre diplomatische Immunität pochen und sich weigern durchsucht zu werden, machte sie sich
nur erstrecht verdächtig... Also ließ sie sich ohne Widerworte scannen. Die Spritze und ihr präparierter
Haarschmuck waren schnell gefunden. Bevor sie auch nur Gelegenheit hatte völlig überrascht zu tun, hörte
sie schon den Befehl „Sofort betäuben!“ und nahm noch einen dumpfen Schlag gegen ihren Hinterkopf
wahr, bevor alles um sie herum zu verschwimmen begann und im Dunkel zu versinken.
Als sie nach einiger Zeit langsam wieder zu sich kam, waren die Arbeiten voll im Gange die Türen wieder
aufzubekommen.
Sie stellte sich mindestens ebenso unwissend wie Ivan. Wobei es ohnehin ein Wunder war, daß sie sich
überhaupt noch an etwas erinnerte, nachdem man ihr so derb einen Schlagstock über den Kopf gezogen
hatte...
Als es der Besatzung gelang die Türen nach und nach zu öffnen, wurden Gajendra und Ivan auf die
Krankenstation verbracht, begleitet von vielsagenden, hasserfüllten Blicken der Romulaner...
...Dr. Manson schien seine Befragung aufzugeben, da er merkte, daß
Gajendra von sich aus nicht reden würde. So gab er den Weg einer
weiteren Jedi für ein offizielles und ausführliches Verhör frei.
Bevor Gajendra überhaupt Gelegenheit hatte Einwand gegen die
Bewusstseinskontrolle der Jedi zu erheben, war es ihr schon, als würde sie
neben sich stehen und zusehen, wie sie gegen ihren Willen die Fragen der
Jedi wahrheitsgemäß beantwortete. Ihre Lippen formten wie von selbst die
Worte Ja oder Nein, egal wie sehr sie versuchte die Kontrolle über ihren
Geist wiederzuerlangen.
Innerhalb kürzester Zeit erbrachten sie in Erfahrung, daß die Anschläge
von ihnen selbst geplant waren und nicht durch Bewusstseinskontrolle
erzwungen wurden. Auch daß sie nicht aus dem Staat Kelowna, sondern
aus Vorash war erfuhren sie, was zu einem weiteren Zwischenfall führte.
Ein Abgesandter von Kelowna, der der Befragung beiwohnte, beschimpfte
sie wutendbrand als Verräter, packte sie am Hals und riss Ihr abermals die
Atemmaske herunter. Plötzlich gab es ein riesen Durcheinander um sie
herum. Jemand drückte Ihr wieder die Atemmaske über Mund und Nase,
während Andere den Unruhestifter zurückhielten, damit die Befragung
nach einer kurzen Pause fortgesetzt werden konnte.
Gajendra wurde nervös. Sie waren aufgeflogen... Die Romulaner wussten
bescheid, daß Vorash Kenntnis von ihrem Vorhaben hatten...
Hinzu kam, daß das Terminator-Programm, nachdem die Türen wieder
geöffnet worden waren, unter ständigen Dröhnen „Verseuchungsalarm“
eine weitere Desinfektionsphase einleitete, um das sich gebildete Giftgas
zu neutralisieren. Hierzu sollte das Schiff auf 500°C erhitzt werden. Die
Besatzung hatte anscheinend noch immer nicht die Kontrolle über die
NDCE HIGHLANDER zurückerlangt...
Kaum als die Jedi von Gajendra nach und nach in Erfahrung brachte, wer
alles zu den Attentätern gehört, kam es zu einem weiteren Zwischenfall.
Romulaner stürmten auf die Krankenstation und rissen zum Drittenmal
Ivan als auch Gajendra die Atemmasken herrunter. ((Anmerkung: langsam
gewöhnt man sich ja daran. Mehr Einfallsreichtum ist von Romulanern
wohl nicht zu erwarten ;o) )) Gajendra schrie auf, da sie keine Möglichkeit
hatte sich Aufgrund der Fixierungen zu wehren.
Geistesgegenwärtig warf sich einer der Jedi dazwischen und drückte ihnen
die Atemmasken wieder in`s Gesicht, als Gajendra im nächsten Moment in
offenen Himmel blickte und sich wieder frei bewegen konnte. Für einen
Moment verwirrt orientierte sie sich erstmal. Ivan lag ein Stück weiter weg
von ihr und rappelte sich langsam auf.
Dem Hauptcomputer war es anscheinend gelungen den Notfalltransport
des Schiffes zu aktivieren und hatte die Besatzung der NDCE
HIGHLANDER, sowie deren „Gäste“ anscheinend wahllos über den
Planeten Vakuhn (von dem sie noch nicht weit entfernt waren) verteilt abgesetzt, bevor das
„Terminator“-Programm die nächste Stufe der Desinfektion einleitete, welche für die Besatzung tödlich
gewesen wäre.
In der Ferne war es Gajendra, als würde sie Gefechtfeuer hören... es hatte also schon begonnen...
Zwei Tage später:
Gajendra Saii stand nachdenklich auf dem Balkon Ihres halb zerfallenen Elternhauses, welches die
Romulaner verwüstet hatten. Ihr Blick streifte den Hügel hinab zum nahegelegenen Dorf, dessen Häuser
ebenfalls bessere Zeiten erlebt hatten. Kleine Lagerfeuer brannten um das Dorf herum, an denen sich die
Bewohner versammelten, die garnichts mehr hatten. Man half sich so gut es ging gegenseitig.
Das verhaltene Lachen eines Kindes drang an Gajendras Ohr. Ein kurzes Lächeln erhellte für einen
Moment Ihren nachdenklichen Gesichtsausdruckt. Zumindest erholten sich die Kinder rasch. Bis die
Erwachsenen wieder Lachen können, wird wohl noch einige Zeit
vergehen...
Sich nähernde Schritte schreckten Sie aus Ihren Gedanken hoch.
Gelegentlich war ein schleifendes Geräusch zu hören. Es war wohl Ihre
Schwester, die sich einen Weg hoch in den 1. Stock des Hauses bahnte
und Gerümpel zur Seite schob.
Von ihr wusste sie was geschehen war. Ein Teil der Crew der NDCE
HIGHLANDER war zusammen mit den an Bord befindlichen
Romulanern mitten in das Dorf gebeamt worden. Die wenigen
Dorfbewohner, welche den zuvor stattgefundenen Angriff der
Romulaner überlebt hatten, hielten dies für eine zweite Angriffswelle.
Sie verschanzten sich in Ihren halb zerfallenen Häusern und wehrten
sich mit allen Mitteln, die ihnen geblieben waren, gegen die
Eindringlinge. Ein Kampf, der nicht nötig gewesen wäre...
Von ihrer Schwester erfuhr sie, daß Ihr Vater bereits beim Angriff der
Romulaner um`s Leben gekommen war.
Die Aufdeckung der Verschwörung war ihnen gelungen... doch zu
welchem Preis?
Gajendra blickte zur Tür, in der kurz darauf Ihre Schwester erschien und sie besorgt ansah.
"Du solltest runter kommen und etwas essen, bevor du noch mit dem baufälligen Balkon runterkrachst und
dir das Genick brichst“
Ihre Schwester versuchte dabei ihr übliches freches Grinsen aufzusetzen, was ihr diesmal aber nicht so
recht gelingen wollte.
Gajendra begutachtete das Geländer des Balkons, als wäre es ihr erst jetzt aufgefallen in welchem Zustand
er war und nickte nur stumm.
Gerade als sie an Ihrer Schwester vorbeigehen wollte, hielt sie diese am Arm zurück.
"Vater hatte ohnehin nie geglaubt, daß Du zu Kelowna übergelaufen wärest... Du hast das Richtige getan
Gajendra! Quäl Dich nicht länger mit Deinen Gedanken herum. Es gab keinen anderen Weg..."
"Wirklich nicht?" entgegnete Gajendra. "Unser Plan war für die Manitoba konzipiert. Nicht für die
Highlander.... Wir kamen da mit mehr Glück als Verstand raus."
"Von dem Unterprogramm konntet Ihr doch nichts wissen"
"Das ist keine Entschuldigung... Wir haben die Crew der Highlander in Gefahr gebracht und in Kauf
genommen, dass es Tote geben wird."
"Keiner konnte Ahnen, daß sich ein Terminator-Programm einschalten würde und zu guter Letzt gab es
meines Wissens keine Verluste auf Seiten der Highlander-Crew. Du weisst genausogut wie ich, daß die
Aktion „Samurai“ absolut gerechtfertigt war"
"Und was ist mit dem Virus, das wir gespritzt haben?!"
Gajendras Schwester winkt ab "Das war doch harmlos. Zu keiner Zeit war jemand wirklich davon bedroht an
dem Virus zu sterben"
"Das ist nicht der Punkt. Wir injezierten das Virus in der Annahme, dass es wirklich tödlich ist, wenn wir
nicht innerhalb eines bestimmten Zeitrahmens an das Gegenmittel kämen. Aus Sicherheitsgründen waren
wir nicht eingeweiht, dass das Virus im Grunde nichts weiter als eine wieder vergehende Grippe ist und sich
nach ca. 20 Stunden selbst zerstört.“
Ihre Schwester blickt sie nachdenklich an und sieht dann zu Gajendras provisorisch eingerichtetem
Arbeitsplatz hinüber. Auf dem Bildschirm ist ein Schreiben zu erkennen, welches an Captain Norad gerichtet
ist.
„Wirst Du es abschicken?“
Gajendra folgte ihrem Blick. „Sie haben eine Entschuldigung und Worte des Dankes verdient, wenn die
ganze Aktion nach aussen hin schon vertuscht wird. Das ist zumindest das Mindeste was wir tun können.“
Ihre Schwester blickt sie fast zynisch an.
„Sie haben deine diplomatische Immunität absolut übergangen. Dich gegen Deinen Willen durchsucht,
niedergeschlagen; in Gewahrsam genommen; ohne jegliche Befugnis von Jedis verhört... Das Protokoll
wurde in keinster Weise eingehalten. Um dich zu verhaften, hätten sie Dich auf frischer Tat ertappen
müssen, was nicht der Fall war. Und zudem hätte man Deinen diplomatischen Status aberkennen müssen,
wozu im Falle der NDCE HIGHLANDER nur Captain Norad befugt gewesen wäre, welcher zu diesem
Zeitpunkt nicht anwesend war... und du willst dich dafür auch noch bedanken???“
Gajendra musste jetzt schon fast lachen und gab ihrer Schwester einen Klaps auf den Hinterkopf.
„Natürlich“, meinte sie Augenzwinkernd. „Schliesslich sind wir Diplomaten und keine Tyrannen... Ausserdem
hätte ich wohl nicht viel anders gehandelt. Zudem hätte man uns auf der Krankenstation einfach unserem
Schicksal überlassen können, als die Romulaner uns die Atemmasken herunterrissen. An den Doktor habe
ich bereits ein kurzes Dankesschreiben gesendet... Nur mit der Formulierung an den Captain bin ich noch
nicht ganz zufrieden. Das werde ich wohl noch etwas überarbeiten müssen. Was schreibt man einem Mann,
dessen Mannschaft man in Gefahr gebracht hat? Zu gern würde ich mich persönlich dafür entschuldigen...
aber ich denke die Besatzung auf der NDCE HIGHLANDER hat vorerst genug von diplomatischen
Besuchern...“
„Da hast du wohl recht“ entgegenete ihre Schwester und deutete auf die Tür. „Dennoch wartet das Essen
unten auf uns. Die Nachricht an Captain Norad kannst du auch nachher noch fertig schreiben“
Gajendra nickt und war gerade im Begriff sich zur Tür zu drehen, als sie in einem zerbrochenen Spiegel
einen flüchtigen Schatten wahrnahm... Bevor sie eine Warnung ausrufen konnte, brach ihre Schwester
neben ihr schon leblos zusammen.
Ein weiterer Schuss zerstörte das Terminal mit dem halb fertigen Dankesschreiben an den Captain der
NDCE HIGHLANDER.
„Gajendra Saii?!!“ ertönte eine durchdringende Stimme hinter Ihr.
Gajendra blieb wie erstarrt stehen und hob langsam ihre Hände. Vorsichtig dreht sie sich um. In der Tür
standen zwei breitschultrige Romulaner in Begleitung jenes Diplomaten, der sie auf dem Schiff als
Verräterin beschimpft hatte.
Sie wusste was nun kommen würde, als einer der Romulaner seine Waffe entsicherte und auf sie richtete...
...Ende(?)

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