Eine zweite Chance (Vanessa Darrow II) - LARP-Vorgeschichte

Benutzeravatar
RespawnLARPer
Administrator
Beiträge: 48
Registriert: Mo 15. Feb 2016, 21:26
Wohnort: Eching
Kontaktdaten:

Eine zweite Chance (Vanessa Darrow II) - LARP-Vorgeschichte

Beitragvon RespawnLARPer » Di 16. Feb 2016, 22:56

Bild

PDF-Version:
http://www.hellcreature.de/larp-berichte/VanessaDarrow-Auferstehung.pdf


Ein weiterer Tag, den es durchzustehen galt. Zumindest beschloss sie, dass es Tag war.
Ebenso gut hätte es Nacht sein können, denn ihr war mittlerweile jegliches Zeitgefühl abhanden
gekommen. Das kann schon mal passieren, wenn man für längere Zeit in einem Raum ohne Fenster und
größtenteils absoluter Dunkelheit verbrachte. Als sei man lebendig begraben...
Das passte ja irgendwie, denn nichts anderes sollte sie eigentlich sein. Begraben... Zwar nicht
unbedingt lebendig, aber für gewöhnlich endete eine Hinrichtung mit dem Tod.
Für die Öffentlichkeit war sie das auch. Tot. So hat man es ihr gesagt.
Die damaligen Umstände erforderten ein schnelles und durchgreifendes Handeln, seitens der Königin, um
keine Schwäche zu zeigen. Weder vor dem eigenen Volk, noch vor der Union.
Insbesondere, nachdem Admiral Norad, bei der Entschärfung der Subraumbombe augenscheinlich ums
Leben kam, konnte es sich das Königreich nicht leisten eine der Drahtzieherinnen ungeschoren davon
kommen zu lassen. An Vanessa Darrow sollte ein Example statuiert werden.
Die Tatsache, dass sie noch am Leben war, lag schlichtweg darin begründet, dass man aus ihr erst noch
jede noch so kleine Information über die Rebellen und Lord Learys Verbündete in Ruhe heraus quetschen
wollte. Danach würde sie wohl endgültig von der Bildfläche verschwinden, weswegen Vanessa sich trotz
Folter und Drogeneinsatz, beharrlich weigerte irgendwelche ihrer gut gehüteten Geheimnisse preis zu
geben. Eigentlich war sie gut trainiert worden, so dass sie sowohl Jedieinflüssen und Wahrheitsseren
ohne Probleme stand halten konnte. Aber aus irgend einem Grund viel ihr das bei den Drogen extrem
schwer. Sie war dazu übergegangen jede Menge Blödsinn von sich zu geben. Wer weiß, was sie sonst
noch verraten hätte, wenn sie damals auf der Highlander nicht dazu über gegangen wäre von ihrem
angeblichen Jobangebot als Geheimdienstchefin zu erzählen...
Manchmal fragte sie sich, ob es das Wert war. Warum sich Tag für Tag weiter durch Folter und
Demütigungen quälen, wenn es so einfach wäre das alles hinter sich zu lassen? Aber Aufgeben?
Nein, da stand ihr ihr Stolz zu sehr im Weg, als dass sie sich einfach brechen lassen würde.
Wie ein ehemals stolzes Wildpferd, dem man seine Freiheit nahm und zwang widerstandslos Kommandos
auszuführen... Wofür? Ein paar Zuckerstückchen? Und wenn man seinen Zweck erfüllt hatte und nicht
mehr die erwartete Leistung erbrachte, würde man erschossen!
Kommandos ausführen... das hatte Vanessa weiß Gott lange genug getan, ohne lange nachzudenken.
Stolz darauf der Königin dienen zu dürfen, was für ihre Herkunft und Vorgeschichte eher unüblich ist.
Dennoch haben sie und ihr Bruder es geschafft auf der Akademie der RSF zugelassen zu werden.
Und nun lag sie hier auf dem kalten Steinboden. Dazu gezwungen wie ein Hund vom Boden zu "fressen",
weil ihre Hände am Rücken zusammen gebunden waren.

Mit einem unangenehm hohen Surren erwachten die Leuchtstrahler zum Leben und hüllten den kleinen,
schmuddeligen, nach Urin und Fäkalien stinkenden Raum, in gleißendes weißes Licht.
Vanessa kniff ihre entzündeten Augen zusammen.
"Heute ist Waschtag! Du bekommst Besuch. Da sollst Du doch einen guten Eindruck machen!" hörte sie
die vertraute, gefühlsarme Stimme ihres "Lieblingswärters" höhnen.
Noch ehe Vanessa sich halbwegs aufrichten konnte, wurde sie bereits von einem harten Wasserstrahl
wieder schmerzhaft nieder gedrückt. Prustend versuchte Vanessa sich gegen die eiskalten
Wassermassen zu wehren, die sie hart trafen und einige ihrer, von verschiedenen Foltermethoden
stammenden, Verletzungen wieder aufrissen.
Ihre empfindlichen Finger und Zehen tobten vor Schmerz, da sie keine schützenden Nägel mehr besaßen.
Die waren ihr bereits der Reihe nach ausgerissen worden. Zum dritten Mal...! Zuletzt vor vielleicht zwei
Tagen.
Wenn Vanessa gewusst hätte, wie schnell ihre Nägel wieder nachwachsen, hätte sie daran halbwegs
messen können, wie lange sie schon hier in diesem Loch saß.
"Was soll das werden, wenn`s fertig ist?!" hörte sie eine entfernt bekannt vorkommende Stimme den
Aufseher anherrschen. Abrupt wurde das Wasser abgestellt.
"W..w...ir dachten..., dachten sie kommen erst in zwei Stunden" stammelte der Aufseher überrascht.
Gewann seine Fassung aber schnell wieder zurück und nahm eine erwartungsvolle und aufrechte Haltung
ein.
"Sie DACHTEN also?! Wenn sie nachgedacht hätten, wäre ihnen aufgefallen, dass ich schlecht mit der
Gefangenen sprechen kann, wenn sie sie vorher mit ihrer Aktion ertränkt haben!!!"
"Äh... natürlich Sir..." brachte der Aufseher gepresst hervor. "Soll ich ihnen für das Verhör einen Tisch und
Stuhl bringen lassen?" fügte er hastig hinzu, um das Thema möglichst schnell zu beenden.
Der Besucher sah sich naserümpfend in der, vielleicht 3 auf 2m kleinen Zelle um. Es gab keinerlei
Sitzgelegenheiten.
Auch kein Bett. Nur der nackte Fussboden und eine verdreckte Schüssel mit Resten eines
undefinierbaren, verschimmelten Breis.
Daneben eine umgekippte Wasserschüssel.
Die Toilette bestand aus einem dunklen und stinkenden Loch im Boden. Im Moment war die Zelle von
grell blendenden Scheinwerfern erhellt, die an der 4m hohen Decke angebracht waren. Doch
normalerweise, das wusste der Besucher, waren diese Scheinwerfer aus und nicht der kleinste Lichtstrahl
verirrte sich an einen Ort wie diesen.
Ein Ort, an dem die meisten Männer schon nach wenigen Wochen den Verstand verloren.
Vanessa hingegen, hielt bereits seit einem knappen halben Jahr durch. Aber auch wenn sie stur blieb und
sich verweigerte, so würde ihr Körper keine zwei Wochen mehr durchstehen. Ihr unbekleideter Körper
schien nur noch aus Haut und Knochen zu bestehen. Ihre pergamentartige Haut, durchscheinend und von
kleineren und größeren frischen, aber auch vernarbten Wunden und Entzündungen übersät.
Vor Kälte und Überanstrengung zitternd lag Vanessa auf dem harten Steinboden, in einer Lache aus
eisigem Wasser und ihrem Blut, das bizarre Wolkenmuster in das Wasser zeichnete.
Benommen versuchte sie die Schleier vor ihren Augen wegzublinzeln und sich an das grelle Licht zu
gewöhnen. Eine schmerzliche Angelegenheit, zumal ihre Augen in der letzten Zeit nur selten mit etwas
anderem als Dunkelheit zu tun hatten.

"Haben sie nicht ein sauberes Verhörzimmer, in dem es nicht stinkt, wie in einem Raubtierkäfig?!
Meinetwegen tut`s auch das Büro des Rektors!!!" forderte der Besucher in einem Ton, der keinen
Widerspruch erlaubte.
"äh.. wir haben einen ungenutzten Aufenthaltsraum auf dieser Ebene. Gleich am Ende des Ganges"
stammelte der Aufseher. Der Besucher nickte zustimmend.
"Das wird wohl gehen. Ziehen sie ihr etwas an, damit ich wenigstens den Eindruck habe ein menschliches
Wesen vor mir zu haben, und danach bringen sie sie in den besagten Raum. Ich werde noch kurz mit dem
Rektor sprechen und komme dann nach."
Und schon war Vanessa mit ihrem "Lieblingswärter" wieder allein, der nicht sehr erfreut darüber schien,
wie der Besucher mit ihm umgegangen war und diesen Unmut darüber auch sehr eingehend Vanessa
gegenüber zum Ausdruck brachte.
"Nun steh schon endlich auf!" schrie er sie an und versetzte ihr einen heftigen Stoß in den Unterleib.
"Als ob diese neunmalklugen Typen von der inneren Sicherheit wüssten, wie man mit Subjekten wie Dir
zu verfahren hat!" sprach es und versetzte Vanessa einen weiteren Tritt.
Vanessa reagierte allerdings völlig anders, als es der Aufseher erwartet hätte. Sie fing an zu Lachen. Ein
nur leises und heiseres Lachen, aber definitiv ein Lachen.
Wütend beugte sich der Wärter über Vanessa bog ihren Kopf unsanft in den Nacken, indem er sie an den
Haaren packte.
"Das gefällt Dir wohl, was?! Auf Schläge fährst Du doch total ab! Hat das Vati mit Dir auch immer getan,
du krankes Stück Dreck?!"
Vanessa spuckte dem Wärter ins Gesicht, zumindest hätte sie es, wenn ihr Mund nicht so trocken
gewesen wäre. Heiser keuchend setzte sie nach; "Immerhin weiß ich, was der Typ von der inneren
Sicherheit mit Dir anstellen wird, wenn Du mich jetzt bis zur Bewusstlosigkeit niedertrampelst..."
Wütend versetzte der Wärter ihr einen Schlag ins Gesicht, was zu einer aufgeplatzten Lippe führte. Er
holte zu einem weiteren Schlag aus, da Vanessa ihn noch immer überheblich angrinste, bis ihm bewusst
wurde, dass sie es nur darauf anlegte ihn zu provozieren. Und sie hatte recht. Man sollte es sich mit den
Typen von der Inneren nicht verscherzen...
Also zerrte er Vanessa, ohne ein weiteres Wort zu verlieren, auf die Beine und schleifte sie aus ihrer Zelle
hinaus in Richtung Aufenthaltsraum. Wie nicht anders zu erwarten, natürlich nicht, ohne sie vorher
nochmal `versehentlich´ gegen den Türrahmen laufen zu lassen.
Vanessa nahm nur noch benommen wahr, daß sie durch einen langen und gespenstisch stillen Gang
gezerrt wurde. Vorbei an vielen leer stehenden und vergammelten Zellen. Offenbar wurde dieser
Zellentrakt schon seit einiger Zeit nicht mehr genutzt und Vanessa war seit langem der erste "Gast", den
diese Mauern beherbergten. Unsanft wurde sie in den staubigen Raum am Ende des Ganges gestoßen.
Alles drehte sich um sie und es dauerte eine Weile, bis sie halbwegs wieder zu sich kam und ihrer
Umgebung bewusst wurde.
Es gab einen verstaubten Tisch, ein paar wackelige Holzstühle, einige, in die Wand eingelassene
Überwachungsmonitore, die im Moment nur ein schwarzes Bild zeigten und völlig verschmiert und
zerkratzt waren.
"Setzen!" befahl das Ekel von Aufseher knorrig.
Vanessa war zu erschöpft für weitere Provokationsspielchen, also tat sie, was von ihr verlangt wurde und
schleppte sich zu einem der modrigen Stühle.
Verwirrt blieb sie plötzlich vor dem Stuhl stehen. Sie hätte schwören können, daß er bis eben noch aus
Holz war. Nun stand sie vor einem sauberen, gelben Plastikstuhl!
Doch ihr blieb nicht viel Zeit darüber nachzudenken, denn der Wärter drückte sie ungeduldig und grob auf
den Stuhl nieder.
Dann sah er sich im Raum um und zog aus einer Ecke eine halb verwitterte Decke hervor, in deren Mitte
er ein Loch riss, um sie ihr wie einen Poncho über zu streifen.
Danach lehnte er sich mit verschränkten Armen an die Wand und betrachtete gespielt kritisch sein Werk.
"Viel menschlicher siehst Du für mich so auch nicht aus..." knurrte er.
Es dauerte noch eine halbe Ewigkeit, bis der Mann von der inneren Sicherheit wieder auftauchte.

In der Zwischenzeit waren Vanessa mehrfach die Augen zugefallen, wurde aber freundlicherweise jedes
mal von ihrem "Lieblingsaufpasser" mit "sanftem" Nachdruck geweckt...
Dann endlich hallten feste Schritte durch den Gang, die zielstrebig auf den kleinen Raum zuhielten, in
dem sich Vanessa und ihr Aufpasser aufhielten.
Nachdem sich Vanessas Augen endlich daran gewöhnt haben, wieder scharfe Bilder ans Gehirn weiter zu
leiten, konnte sie den mysteriösen Besucher auch erkennen, der nun in der Tür auftauchte.
Mit einer Mischung aus Neugierde und Staunen betrachtete sie ihn, während dieser dem Aufseher einen
stirnrunzelnden Blick zu warf, nachdem er Vanessas aufgeplatzte Lippe registrierte.
"Vielen Dank. Sie werden jetzt nicht mehr gebraucht!" und setzte noch ein überdeutliches "RAUS hier!"
nach, als der Aufseher zu protestieren ansetzte. Wahrscheinlich wollte er sich erdreisten seinem
Gegenüber etwas von Vorschriften zu erzählen, wurde aber in seinem Vorhaben jäh unterbrochen und er
zog den taktischen Rückzug vor.
„Ach! Sagen sie doch meinem Assistenten bescheid, er möge uns noch irgendwo einen Tee auftreiben.“
rief er dem Wärter nach.
„Sie haben doch Durst oder?“ vergewisserte er sich und Vanessa nickte zögerlich.
Nachdem der Wächter gegangen war, schloss ihr Besucher die Tür; nahm sich einen der Holz(!)Stühle
und stellte ihn mit der Lehne voran, neben Vanessa. Anschließend warf er einen dicken Aktenkoffer auf
den staubigen Tisch, und nahm verkehrt herum auf dem Stuhl platz, so dass er seine lässig verschränkten
Arme auf der Stuhllehne auflegen konnte und Vanessa eindringlich in die Augen sehen.
Er sah sie nur an. Nicht ein einziges Wort, bis es Vanessa zu viel wurde und sie das Wort ergriff, um das
unangenehm werdende Schweigen zu durchbrechen.
"Glückwunsch Marcus; Du bist bei der inneren Sicherheit gelandet? Täusche ich mich, oder wolltest Du
dort eigentlich nie hin?" Ihrer Stimme war ihre Angeschlagenheit deutlich anzumerken, auch wenn sie
versuchte einen Plauderton anzuschlagen.
Marcus kannte sie noch von ihrer Ausbildung her. Sie lieferten sich immerzu ein Kopf an Kopf-Rennen um
die besten Bewertungen und stachelten sich regelrecht gegenseitig zu Höchstleistungen an. Eine gewisse
Hass-Liebe verband die beiden. Marcus sah sie noch eine Weile nachdenklich an, ehe er antwortete.
"Wie das Leben so spielt. Es ist gar nicht mal so übel bei der Inneren. Man lernt seine Kollegen besser
kennen, als man glaubt... Tja... und Du hingegen hast es wohl vorgezogen Deine Karriere in Richtung
Sicherheitsproblem auszubauen?"
Er sah sie weiterhin eindringlich an und Vanessa wusste auch wieso. Er war verdammt gut darin jede
noch so kleine Zuckung ihrer Gesichtsmuskeln, oder Augenbewegung zu interpretieren und die dahinter
verborgenen Lügen zu entlarven.
Das einzige Fach, in dem er Vanessa geradezu überflügelt hatte. Vanessa hatte für diese Art des Verhörs
überhaupt kein Talent. Dafür hatte sie keine Probleme ihre Gefühle außer Acht zu lassen und auch
delikatere Aufträge, ohne zu zögern zu erledigen. Allerdings musste sie in letzter Zeit dieses `Talent´ mit
Medikamenten unterstützen. Sie hätte nicht gedacht, daß die Undercoverarbeit ihr so schwer fallen würde.
Aber zugeben, daß sie psychisch überlastet ist mit ihrem Aufgabenbereich, wäre ihr nie in den Sinn
gekommen.
Plötzlich atmete Marcus tief durch und zog den Aktenkoffer näher an sich heran. Bedächtig ließ er die
beiden Verschlüsse des Koffers aufspringen, öffnete den Deckel aber noch nicht, sondern ließ seine Hand
darauf liegen und sah wieder Vanessa an.
"Ich dachte an einen extrem schlechten Scherz, als man mir den Bericht über deine Burn Notice, deinen
Verrat und deine erfolgte Hinrichtung auf den Schreibtisch legte."
Nun öffnete er den Aktenkoffer und zog ein Dokument heraus, welches er vor Vanessa auf den Tisch
legte. Ein Totenschein... Ausgestellt am 23.06.2386 / 13:01 Uhr. Ihr Blick blieb lange auf ihrem Namen
hängen. Marcus ließ den Augenblick eine Weile auf Vanessa wirken und registrierte jede noch so kleine
Bewegung.
Vanessa war es durchaus bewusst, dass sie Marcus nichts vormachen konnte. Der Tag ihrer geplanten
Hinrichtung war nicht spurlos an ihr vorüber gegangen. Genaugenommen war es das schlimmste
Erlebnis, das sie je hat durchstehen müssen und bis heute wurde sie deswegen von Albträumen verfolgt.
Das konnte sie vor Marcus nicht mal Ansatzweise verbergen.
Vanessa schauderte, als die Vergangenheit sie wieder einholte und all die verdrängten Erinnerungen sie
niederzudrücken schienen.
Ihre abschweifende Gedanken wurden jäh in die Gegenwart zurück gerissen, als Marcus ihr eine Hand
auf die Schulter legte. Eine sanfte Berührung, welche im absoluten Kontrast zu den Misshandlungen
stand, die sie all die Monate hat über sich ergehen lassen.
Eine Berührung, die viel mehr erreichte, als jeder einzelne Tritt oder Hieb es bei ihr vermocht hätte.
Vanessa zitterte. Aber diesmal nicht vor Kälte, sondern weil ihr bewusst wurde, dass die Mauer, welche
sie sorgfältig um sich errichtet hatte wegen dieser simplen Geste zu zerbröckeln schien. Nur wegen einer
verfluchten, klitzekleinen Geste von Verständnis?

„Siehst du das hier?“ fragte Marcus, während er ihr eine kleine Sanduhr in Messingeinfassung vor die
Augen hielt.
Vanessa nickte und wunderte sich, was das soll, während die kleine Sanduhr an einer Kordel vor ihr hin
und her baumelte. Es war das Hübscheste, was sie in den letzten Monaten zu sehen bekam, auch wenn
sie sich sonst nicht viel aus Schmuck und sonstigen Tand machte. Sie war fasziniert davon, wie sich das
Licht auf der Oberfläche der Messingeinfassung brach und der reine, glitzernde Sand durch das Glas
rieselte.
„Was soll das werden? So eine Art Hypnose oder was?!“ knurrte Vanessa, die sich nicht anmerken lassen
wollte, dass sie von so einer dämlichen Sanduhr völlig fasziniert war.
„Das würde bei dir doch nicht funktionieren. Hab ich recht Vanessa? Genauso wie man mit Drogen keine
vernünftigen Antworten aus dir heraus bekommen sollte...“ abrupt hörte Marcus auf die Sanduhr
schaukeln zu lassen.
„Ich habe nicht vor dich zu hypnotisieren. Ich will nur, dass du dir die Sanduhr genau an siehst! Sie ist ein
Symbol für dich! Deine Zeit war eigentlich schon abgelaufen, aber wir sind bereit dir eine zweite Chance
zu geben. Du wirst uns dann von ganz alleine die Informationen geben, die für uns wichtig sind. Aber es
bleibt deine Entscheidung!
Eine Entscheidung, die dafür sorgt, daß noch heute dein letztes Sandkorn durch deine Sanduhr rieselt,
oder aber wir noch einmal von ganz von vorne beginnen.“
Mit diesen Worten drehte Marcus die bereits fast abgelaufene Sanduhr um und der Sand rieselte von
Neuem durch sie hindurch.
„Wie entscheidest du dich?“ drängte er.
"Wir waren auf der Akademie nicht gerade Freunde...," presste Vanessa schließlich hervor.
"Nein, das waren wir wirklich nicht" stimmte ihr Marcus tonlos zu.
"Und dann schickt man ausgerechnet Dich um mir den "guten Cop" vorzuspielen?" fragte Vanessa
lauernd und ein kleines Stück ihrer Mauer wieder zurück gewinnend.
Dieses Sanduhrgerede... Ich bin kein kleines Kind!
Marcus zog seine Hand abrupt zurück, was Vanessa im selben Moment fast ein klein wenig bedauerte, da
ihr nun so richtig bewusst wurde, wie alleine sie sich fühlte. Den Anflug von Selbstmitleid wischte sie
allerdings sogleich zornig beiseite.
Sie wusste zu viel über Verhörmethoden, als dass sie darauf herein fallen würde.
Nach Allem, was sie in den letzten Monaten durchgemacht hatte, war es nur natürlich, daß sie auf eine so
einfache Geste reagierte, wie eine Motte, die auf den noch so winzigsten Lichtschein zu fliegt, auch wenn
dieser sie in die Irre führen und verbrennen wird.
"Ich bin nicht hier, um Dich zu Verhören" erwiderte Marcus ernst und kramte sogleich mehrere schmale
Mappen aus seinem Aktenkoffer.
Eine nach der Anderen legte er aufgeschlagen vor Vanessa.
"Kommen Dir diese Berichte bekannt vor?" wollte er wissen, ohne seinen Blick von ihr abzuwenden.
Vanessa musterte ihrerseits Marcus, ohne auch nur Anstalten zu machen sich die Unterlagen anzusehen.
"Warum sollte mich das interessieren?" wollte Vanessa wissen.
"Weil es dein Glück ist, daß Dein Fall auf meinem Schreibtisch gelandet ist, um ihn abzuschließen und zu
den Akten zu legen.
Weil es dein Glück ist, daß ich Aufgrund unseres Konkurrenzkampfes an der Akademie dich
wahrscheinlich besser kenne, als dein eigener Bruder. Und weil es dein Glück ist, daß mir gerade deshalb
Kleinigkeiten bei den Verhörprotokollen und den Aufzeichnungen aus deiner Zelle auf der HMS Victory
aufgefallen sind, die mich hellhörig werden ließen und aufgrund dessen mir Draco eröffnete, daß du noch
lebst." entgegnete er ihr ruhig.
"Da müsste ich vor so viel Glück ja ein richtig glücklicher Mensch sein" murmelte Vanessa.
"Ich bin deine einzige Chance hier noch lebend heraus zu kommen!" knurrte Marcus. "Also? Was ist nun?!
Willst du zurück in das Loch und sterben, oder ergreifst du die helfende Hand, die man dir reicht?!
Kannst du mir etwas zu diesen Berichten sagen? Ja oder Nein?!" und Marcus schob die Unterlagen noch
etwas näher an Vanessa. Nach einem kurzen Moment des erstaunten Zögerns versuchte sie nun ihre
eher mäßige Konzentration darauf zu richten.
"Blue Spider. Das ist doch Dein richtiger Codename gewesen oder?" stellte Marcus fest und deutete auf
eine der Signaturen. Vanessa nickte.
"Das da" und sie zeigte mit dem Kopf, da ihre Hände noch immer hinter dem Rücken gefesselt waren, auf
die Dokumente "stammt noch aus der Zeit als "Blue Spider". Vor meiner Burn Notice! Dies sind meine
Berichte über die geplanten Aktionen der Freedom Front; deren Kommandostrukturen, Kampfkraft und
Waffenlieferanten. Zumindest all das, was ich ausfindig machen konnte, bevor ich auf die schwarze Liste
kam." stellte sie etwas wehmütig fest.
Resigniert schnaubend fügte sie hinzu...
"Und weil man die Freedom Front lieber als unorganisierte Bauern betrachten wollte, wurde mir
vorgeworfen die Berichte zu fälschen und im Grunde für Leary zu arbeiten..."
Marcus nickte, ohne auch nur eine Sekunde aufzuhören Vanessa eindringlich zu studieren.
"Und was geschah mit der richtigen Black Scorpion?" wollte er wissen.
Es war Vanessa deutlich anzusehen, dass ihr das Thema unangenehm war.
Nur zögerlich antwortete sie.
"Die Freedom Front war Black Scorpion auf die Schliche gekommen und... liquidierte sie. Ich hatte damals
die Aufgabe zugewiesen bekommen, ihre Leiche verschwinden zu lassen..."
"Liquidierte die Freedom Front sie, oder überließ man diese Aufgabe auch dir?" wollte Marcus wissen.
Betreten schlug Vanessa ihre Augen nieder und zog es vor auf diese Frage nicht zu antworten.
Marcus nickte nur verstehend.
"Und da du selbst, als Blue Spider, auf der schwarzen Liste warst und dir somit jegliche Kontaktaufnahme
zum Hauptquartier verweigert wurde, erkanntest du deine Chance und übernahmst die Identität von Black
Scorpion." stellte Marcus schließlich fest. Vanessa schwieg weiterhin und es machte sich eine
bedrückende Stille breit.
"Vanessa! Rede mit mir!" forderte Marcus eindringlich und hielt erneut die Sanduhr vor ihre Augen.
Dann endlich nickte sie und begann zu erzählen.
"Die Freedom Front wusste zwar nicht, dass ich bereits Agentin der Königin war, aber dachten nun, daß
ich als ein Mitglied ihrer Organisation mich beim königlichen Geheimdienst einschleichen würde. Diese
kleine Charade ermöglichte es mir, weiterhin gut über Aktionen des königlichen Geheimdienstes informiert
zu sein und gleichzeitig zwischen Leary und der Freedom Front vermitteln zu können." Vanessa holte tief
Luft und sah Markus fast ängstlich in die Augen.
"Ich war so schrecklich wütend darüber, dass man mich hat fallen lassen! Das verstehst du doch Marcus?
Du verstehst mich doch?"
Marcus aber überging ihr Flehen nach Bestätigung und richtete die Aufmerksamkeit wieder auf die
Dokumente.
"Und das sind wirklich Deine Berichte?"
"Natürlich sind sie..." brauste Vanessa auf; verärgert darüber, daß Marcus sich offenbar nicht für ihre
Beweggründe interessierte; unterbrach sich dann aber mitten im Satz. Alarmiert nahm sie die Dokumente
nun genauer in Augenschein und beugte sich kritisch darüber.
Vorsichtig legte Vanessa ihre Hände auf die Dokumente.
Jene Hände, die doch bis eben noch hinter ihrem Rücken gefesselt waren?! Völlig verwirrt starrte sie auf
ihre stark vernarbten Handgelenke, die noch von den zu strammen Fesseln zeugten.
Ihre Finger wollten ihr zunächst nicht gehorchen und es gestaltete sich überraschend schwierig und auch
schmerzhaft, ein einfaches Blatt Papier aufzugreifen. Schließlich gelang es ihr mit Unterstützung von
Marcus. Ihre zittrigen und ohnehin steifen Finger, schienen sich noch mehr zu verkrampfen, als sie das
Dokument genauer studierte. Vanessas Lippen fingen an zu beben, mit jedem Absatz mehr, den sie las.
Marcus beobachtete sie ruhig, er schien eine solche oder ähnliche Reaktion erwartet zu haben.
Fast hektisch griff Vanessa nach dem nächsten Bericht und schüttelte fassungslos den Kopf.
"Das stimmt alles nicht... So hab ich das nicht geschrieben!" flüsterte sie heiser. Langsam bewusst
werdend, dass sie reingelegt worden war. Jemand hatte ihre Daten verfälscht und ihre Berichte genutzt,
um heimtückische Fallen zu stellen.
Kein Wunder, dass sie auf die schwarze Liste gesetzt wurde... Und sie goss dem Ganzen auch noch Öl
ins Feuer, in dem sie überreagierte und sich vor nahm der Königin die Subraumbombe vor die Nase zu
setzen, um ihr den Ernst der Lage zu veranschaulichen.
Ihr war es sogar egal, ob Admiral Leary sich an den Plan halten und die Bombe wirklich nur als Bluff
einsetzen würde. Nach ihrer Burn Notice damals, war eigentlich so ziemlich alles egal gewesen...
Ohne den Blickkontakt zu Vanessa zu verlieren, holte Marcus ein kleines Schächtelchen hervor und stellte
es vor ihr auf die Berichte.
Ihr Blick löste sich fast widerwillig von den Dokumenten und blieb dann regelrecht an der kleinen
Medikamentenschachtel kleben. Vanessa wollte danach greifen, doch Marcus nahm die Schachtel sofort
an sich und betrachtete sie nachdenklich von allen Seiten.
„Properientixol“ las er vor und musterte dann wieder Vanessa.
„Ein sehr wirkungsvolles Medikament für Patienten, die unter extremen emotionalen Stress standen und
Aufgrund dessen unter Verfolgungswahn, Angstzuständen und Panikattacken leiden.
Der Nachteil ist nur, daß man bei einer Überdosierung eher zu absoluter Gefühlskälte neigt, da das Mittel
auf den vorderen Hirnlappen wirkt, der maßgeblich für die sozialen Verhaltensregeln zuständig ist. Ohne
dabei aber die Fähigkeit zu Planen zu beeinträchtigen.
Nicht selten wurde auch eine gesteigerte Aggressivität in Verbindung mit diesem Medikament beobachtet.
Genau aus diesem Grund darf dieses Mittel nur über einen kurzen Zeitraum und unter strenger ärztlicher
Aufsicht eingenommen werden. Es ist eine wirklich hilfreiche Unterstützung für Patienten, die möglichst
schnell ein Trauma überwinden sollen, um wieder in das normale Leben zurück zu finden.“
„Schön für sie...“ murmelte Vanessa.
Wütend packte Marcus Vanessa am Kieferknochen und drehte ihren Kopf zu sich herum, womit er sie
zwang das Päckchen anzusehen, welches er in der anderen Hand hoch hielt.
„Sag mir die Wahrheit Vanessa! Wie lange nimmst Du dieses Zeug schon?!“ forderte er.
Vanessa schluckte. Sie wollte ihren Kopf abwenden, aber Marcus ließ das nicht zu.
Beschämt senkte sie die Augen und flüsterte heiser.
„Etwa seit zwei Jahren...“
„WIE BITTE!!!“ kreischte Marcus förmlich auf.
„Zwei Jahre!“ sagte Vanessa etwas kräftiger.
„DAS hab ich verstanden!“ knurrte Marcus.
„Hast du auch nur den blassesten Schimmer, was du dir damit angetan hast?! Kein Wunder, daß Dein
Entzug so schwierig ist!“
„Entzug?“ fragte Vanessa kleinlaut, doch Marcus überging die Frage einfach.
"Mit dem Zeug hier hast du auf Sand gebaut. Genauer gesagt auf Treibsand... Ohne Hilfe zieht
er dich in einen Abgrund, aus dem du nicht mehr heraus kommst."
„Aber ich musste es doch nehmen. Ich hatte schon so viel erreicht und wollte noch viel tiefer in die
Strukturen der Freedom Front vordringen. Ohne diesem Medikament hätte ich der psychischen Belastung
nicht stand gehalten! Ich musste einfach vergessen, wer ich wirklich bin und völlig in meiner Rolle als
Rebell aufgehen, um dort etwas zu erreichen. Gebt es doch zu! Ich bin die einzige Agentin, die überhaupt
so weit gekommen ist, ohne enttarnt zu werden!“ ereiferte sich Vanessa.
„Leider sind es immer die Besten, die wir genau wegen eines solchen Übereifers verlieren.“ gab Marcus
enttäuscht zurück.
„Aber vielleicht ist es für dich noch nicht zu spät. Der Entzug wird für uns alle aber noch ein hartes Stück
Arbeit werden...“
Jemand, den Vanessa noch nie zuvor gesehen hatte, aber aus irgendeinem Grund ihr trotzdem bekannt
vor kam, betrat den Raum. Auf einem Tablett balancierte er zwei Teetassen und eine große
Thermoskanne.
„Entschuldigen sie Professor Ambrose. Ich sollte ihnen etwas zu trinken bringen?“ fragte der Fremde.
„Ja danke. Stellen sie es bitte auf den Tisch. Ich denke Vanessa ist heute erfreulicherweise selbst in der
Lage etwas zu sich zu nehmen und wird ihre Hilfe nicht brauchen.“
Was ging hier vor? Wunderte sich Vanessa. Seit wann war Marcus Professor? Zuletzt hieß er doch
Donavan! Hatte er geheiratet und den Namen seiner Frau angenommen? Aber da war kein Ehering an
seinem Finger! Wieso Professor?
Um Vanessa drehte sich alles. Plötzlich sah der Raum auch ganz anders aus. Auf den Monitoren
flimmerten irgendwelche grafischen Darstellungen und Diagramme. Die Holzstühle waren wieder gelben
Plastikstühlen gewichen. Weiße, wie geleckt saubere Wände schienen das modrige Mauerwerk zu
verdrängen.
„Ist ihnen nicht gut?“ Wollte der Fremde wissen und stellte fast hektisch den Tee ab, woraufhin eines der
Gläser umkippte und zu Boden rollte, wo es zersplitterte.
Der Kamillentee ergoß sich über den ganzen Tisch und in Vanessas Schoß. Der glücklicherweise nur
lauwarme Tee rann an ihren Hosenbeinen herab. Hosenbeine?
Seit wann hatte sie richtige Kleidung an?!
Gelbe Flecken breiteten sich auf dem weißen Stoff aus, als hätte sie sich in die Hose gemacht.
Ein erstickter Schrei entfuhr Vanessa, denn plötzlich schlugen die Erinnerungen über ihr zusammen.
Die Soldaten, die auf sie anlegten; Die Uhr, die auf 1300 sprang; Der Schießbefehl und der darauf
folgende, alles zu zerreißend scheinende Knall; Das Blut, das in ihren Ohren rauschte und das widerliche
Gefühl, wie etwas Warmes an ihren Beinen herab rinnt...
Vanessas Knie zitterten so sehr, dass sie nicht mehr in der Lage waren sie zu halten. Noch im Fallen
verlor sie für einen Moment das Bewusstsein. Doch das Gelächter der Männer ließ sie wieder zu sich
kommen. Sie lag in einer gelblichen, nach Urin stinkenden Pfütze.
Der Ordonanzoffizier sah sie mit einem verachtenden und angewiderten Blick an.
"Ich hoffe dieser Tag wird Ihnen noch SEHR lange im Gedächtnis bleiben! Wenn es nach mir gegangen
wäre, hätten die Jungs scharfe Munition geladen!"
Vanessa krümmte sich und hielt sich die Ohren zu.
„Hört auf zu lachen...“ flehte sie heiser.
Aber niemand hörte auf...
„Hört auf zu lachen!“ wurde sie nun wütend. Alles drehte sich um sie. Jemand packte sie an der Schulter
und Vanessa kreischte auf.
„AUFHÖREN!“ schrie sie und packte mit einer fließenden Bewegung eine Scherbe der zersplitterten
Teetasse, drehte sich herum und zog die Diese mit Schwung durch die Luft.
Blut spritzte ihr entgegen, als die Scherbe durch Marcus Kehle schnitt. Ungläubig starrte er sie an und
auch Vanessa erging es nicht viel anders.
„Neinneinneinneinein!“ stammelte sie. „Das wollte ich nicht...“
Der Fremde stürzte auf Vanessa zu, doch diese wich ihm reflexartig aus und gab ihm noch Schwung mit,
um ihn gegen einen der Monitore laufen zu lassen, wo er sich an der Kante den Kopf stieß und
bewusstlos zusammen brach.
Eilig versuchte Vanessa Marcus zu Hilfe zu eilen, der zu Boden gesunken war und presste ihre Hände auf
die stark blutende Wunde. Irgendetwas stimmte aber nicht. Die Haut war viel zu runzelig und sein Gesicht
fühlte sich an, als hätte Marcus einen Vollbart. Kaum war ihr das bewusst geworden, veränderte sich das
komplette Gesicht. Das war nicht Marcus. Irgendein älterer Mann. Da war auch kein Blut, und die
Glasscherbe war eine Schnabeltasse aus Plastik! Vanessa zog ruckartig ihre Hände zurück. Würgemale
zeichneten sich am Hals des Mannes vor ihr ab. Verwirrt zog sie sich zurück. Was ging hier vor?!
Verlor sie den Verstand? Nein, das gehörte bestimmt zu irgendeiner neuen Verhörmethode. Am ehesten
bekam man aus seinem „Klienten“ etwas heraus, wenn er völlig desorientiert und verwirrt war. Beides traf
im Moment hervorragend auf Vanessa zu. Sie musste hier raus, bevor ihr Lieblingswärter wieder
auftauchte!
Gerade wollte sie aufspringen, als ihr unter einem der Computertische etwas Glitzerndes auffiel. Sie hob
es auf und erkannte die kleine Sanduhr, die Marcus ihr gezeigt hatte.
„Ich habe zwar keine Ahnung, ob du jemals wirklich hier warst... Aber, wenn das mit den Berichten stimmt,
dann werde ich meine Chance nutzen Marcus. Das verspreche ich dir! Draco wird es nicht bereuen, daß
er mich am Leben gelassen hat.“ flüsterte sie.
Schnell durchsuchte sie die beiden bewusstlosen Männer nach Schlüsselkarten und Anhaltspunkten wo
sie sich überhaupt befand; fesselte sie; schnappte sich die tatsächlich vorhandenen Berichte, sowie den
Aktenkoffer und machte sich dann eiligst aus dem Staub.

Zurück zu „LARP: Science-Fiction / Endzeit / Steampunk“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast