The last Dance (Vanessa Darrow I) - Forenspiel nach LARP

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RespawnLARPer
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The last Dance (Vanessa Darrow I) - Forenspiel nach LARP

Beitragvon RespawnLARPer » Di 16. Feb 2016, 22:55

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http://www.hellcreature.de/larp-berichte/VanessaDarrow.pdf



Vanessa Darrows Geschichte - Fortsetzung nach einem Raumschiff Highlander Meeting


blau: Zusammenfassung des LARP`s / geschrieben von Heike
weiss: Weiterführung der Geschichte von Vanessa Darrow im Forum / geschrieben von mir und Wolf



(Zusammenfassung der Ereignisse / geschrieben von Spielleitung Heike)


Angela Sturbridge
, Außenministerin der Union, trommelte mit den Fingern auf der polierten Oberfläche ihres
Schreibtischs, in ihrem Büro an Bord der Starfleet One.
Ihrer Assistentin mußte ein Fehler unterlaufen sein.
Sie hatte - tatsächlich - einmal 5 Minuten lang nichts zu tun.
Da sie nichts besseres mit ihrer freien Zeit anzufangen wußte, griff sie nach der obersten Mappe, die auf
dem Schreibtisch lag. Es war das Dossier über das Valyrische Königreich, an das die Highlander momentan
„ausgeliehen“ worden war.
Sie seufzte leise.
Sie selbst hatte, wie einige andere auch, ihre Bedenken bezüglich dieses Einsatzes gehabt. Aber der
Unionsrat hatte entschieden und der Highlander ein entsprechendes Mandat erteilt. Jetzt blieb nur noch
abzuwarten und zu sehen, was sie letztendlich davon hatten...
Sie schlug das Dossier auf und las es sich noch mal durch.
Das Valyrische Königreich
Die Gründung des Reiches:
Das Valyrische Königreich ist ein kleines Sternenreich, das im Jahr 2198 von Terranischen
Kolonisten gegründet wurde. Sie stammten Hauptsächlich aus Westeuropa und
Nordamerika, und hatten die Erde im Auftrag von Prometheus Industries verlassen –
einem Deutsch-Französisch-Englischen Weltraumtechnologiekonzern der zu dieser Zeit
dutzende Bergbauunternehmungen in der Nähe der Erde unterhielt. Die Kolonie die auf
dem Planeten Valyria III, im von der Erde rund 600 Lichtjahre entfernten Valyria-System
gegründet wurde, diente jedoch einem anderen Zweck – der Verwirklichung des
persönlichen Lebenstraumes von Lord Dougles Grey, dem Hauptaktionär und CEO von
Prometheus. Grey stammte aus einer Adligen, britischen Familie und war Zeit seines
Lebens davon besessen gewesen eine reale Monarchie zu schaffen, und eine Dynastie
von Königen zu begründen. Mit der Gründung der Kolonie auf Valyria erreichte er exakt
dies – fünf Jahre nach der ersten Kolonisationswelle war die Hauptstadt Covington so weit
fertiggestellt, dass der Firmensitz von Prometheus Industries dorthin verlegt werden
konnte. Da der Planet Eigentum des Konzerns war, und die Kolonie sich weit außerhalb
des von der Erde kontrollierten Weltraums befand, war Grey dort nichts geringeres als der
oberste Regierungschef. Die Kolonisten waren zum Großteil Angestellte von Prometheus
und ihre Familien, aber auch einfach Menschen die weit von der Erde entfernt Neu
anfangen wollten. Das wichtigste jedoch war, das sie alle wussten was Grey tun würde –
im Jahr 2204 proklamierte er das Valyrische Reich und lies sich selbst zu dessen König
krönen. Als King Dougles I von Valyria regierte er fortan wie ein Monarch aus der
Terranischen Geschichte. Gleichzeitig schuf er ein Adelssystem nach britischem Vorbild,
mit Adligen Lords die von ihm Gebiete des Planeten oder wichtige Teile des Konzerns als
Leben erhielten. Die Gesellschaft die er damit schaffen wollte hatte das Victorianische
England zum Vorbild – und tatsächlich gelang es ihm noch zu Lebzeiten eine Welt zu
schaffen, die diesem Ideal zumindest nahe kam.
Die Erweiterung des Machtbereichs:
Nach und nach wurden weitere Planeten des Systems wirtschaftlich genutzt, und nahe,
terrestrische Planeten in nahen Systemen wurden besiedelt und dem Sternenreich hinzu
gefügt. Dabei gelang es, den Kontakt mit der Erde so gering wie möglich zu halten – die
Terranischen Liegenschaften von Prometheus Industries wurde schließlich an die auf der
Erde lebenden Aktionäre abgetreten, und das Valyrische Königreich wurde damit völlig
autark und war fortan jeglicher Kontrolle durch die Erde entzogen. Noch immer gab es
jedoch Auswanderer, die das Sol und andere von Menschen besiedelte Systeme
verließen, um sich im Valyrischen Reich nieder zu lassen. Aufgrund der immensen
Ressourcen die durch den Konzern bei der Gründung zur Verfügung gestanden hatten,
hatte es nicht die üblichen Startschwierigkeiten wie bei anderen Kolonisationsprojekten
dieser Zeit gegeben, und durch die zahlreichen Rohstoffe innerhalb seines Territoriums
wurde das Valyrische Reich und seine Bürger schnell sehr wohlhabend. Im besonderen
Trug jedoch die Entdeckung des Nyoskopins dazu bei.
Das Nyoskopin:
Nyoskopin ist eine besondere, organische Verbindung, die aus dem Saft der Nyos-Staude
gewonnen, einem äußerst widerstandsfähigen Gewächs das auf dem Planeten Ios I
vorkommt. Ios ist eines der Systeme des Valyrischen Reichs, und besitzt einen Roten
Riesen als Stern. Der Erste Planet des Systems befindet sich so nah an der gewaltigen
Strahlungsquelle, das dort eigentlich kein Leben möglich sein sollte. Trotzdem gibt es eine
einheimische Pflanze, die Nyos-Staude. Sie ist perfekt an die harte Strahlung angepasst,
und der Saft der daraus gewonnen werden konnte, stellte eine perfekte Grundsubstanz für
dutzende Chemische und Medizinische Substanzen dar. Da Nyoskopin nicht synthetisiert
werden kann, und die Nyos-Staude nirgendwo anders wächst, hatte das Valyrische Reich
mit der Markteinführung der Substanz ein Monopol auf deren Vertrieb – ein Umstand, der
der Staatskasse sehr zu gute kam.
Die aktuelle Situation:
Heute wird das Valyrische Königreich von Königin Victoria Grey, auch Königin Victoria II
genannt, regiert. Sie stammt in direkter Linie vom ersten Herrscher ab, und ist damit auch
die Führerin des Hauses Grey. Seit ihrer Thronbesteigung im Jahr 2372 hat sie
Außenpolitisch mit der Öffnung des Reiches nach außen begonnen, und damit eine Neue
Ära des Handels eingeleitet. Die RSF hat sich seit über 100 Jahren an keiner größeren,
Kriegerischen Auseinandersetzung beteiligen müssen – ihre Aufgabe besteht darin die
Handelsrouten zu sichern und von Piraten frei zu halten, die in der Vergangenheit für
einige Probleme gesorgt haben. Dennoch ist es eine Zeit des Friedens und des
Wohlstands für das Valyrische Volk gewesen.
Die Politik Victorias hatte jedoch nicht nur Befürworter – zu ihren Stärksten Gegnern
gehörte ihr Halbbruder Jonathan Leary, einem Sohn Victorias Mutter Anne aus deren
zweiter Ehe mit Lord Sebastian Leary. Jonathan wurde zum Kopf einer Bewegung im
Hause of Lords, die eine Politik der Abschottung gegenüber dem Rest des Universums
durchzusetzen versucht, und damit gegen die Königin Stimmung machte. Im Mai des
Jahrs 2388 versicherte sich Leary, der als Lord Admiral und Oberbefehlshaber der RSF
großen Einfluss innerhalb der Streitkräfte besaß, die Loyalität eines Teils der
Schiffskommandanten und stellte eine starke Kriegsflotte unter seinem direkten Befehl
zusammen. Damit plante er das Valyria-System zu besetzen. Gleichzeitig versuchte ein
Attentäter Victoria II ohne Erfolg zu ermorden. In letzter Sekunde gelang es Admiral
Gabriel Draco, einem der Monarchin gegenüber absolut loyalen Flaggoffizier der RSF,
rechtzeitig eine Flotte zusammen zu stellen die Learys Vordringen zum Hauptplanet des
Reichs verhindern konnte. Seit dem herrscht Bürgerkrieg in Valyrischen Reich zwischen
den Königstreuen Truppen und denen des Ursurpators, wie Lord Admiral Leary nun auch
genannt wird. Man ist sich mittlerweile sicher das Leary plant die Krone an sich zu reißen,
da er im Falle von Victorias Tod der nächste in der rechtmäßigen Erbfolge wäre. Der
mittlerweile von der Königin ebenfalls zum Lord Admiral beförderte Gabriel Draco ist
jedoch entschlossen ihn mit seinen zahlenmäßig unterlegenen Streitkräften aufzuhalten,
und das Reich zu retten.
Die Royal Star Force:
Um das Reich effektiv vor äußeren Feinden zu schützen, gründete Dougles I 2227 die
Königliche Raumflotte (kurz RSF für Royal Space Force), die praktisch aus den
Konzerntruppen von Prometheus hervor gingen, die bis dorthin für die Sicherheit gesorgt
hatten. Sie wurde nach dem historischen Vorbild der britischen Royal Navy der Erde
aufgebaut. Dort Dienst zu tun galt innerhalb der Valyrischen Gesellschaft bald als große
Ehre, und die RSF entwickelte sich zu einer elitären Organisation. Die Auftrag der RSF
besteht im Schutz der Bürger und der Sicherung des Valyrischen Hoheitsgebiet.
Zunächst verwendete die RSF ausgemusterte terranische Schiffe, man begann aber Mitte
des 23. Jahrhunderts mit der Produktion der ersten eigenen Schiffsdesigns. Heute umfasst
die RSF ausschließlich in den Werften des Valyrischen Reichs produzierte Kriegsschiffe,
die vom technischen Stand durchaus mit der Union mithalten können, auch wenn sie nicht
über den modernen 5D-Antrieb oder ähnliche Neuerungen verfügt.
Das Personal der RSF besteht ausschließlich aus Berufssoldaten, ist hervorragend
ausgebildet, und setzt sich aus den Schiffsbesatzungen und den als Special Forces
bezeichnete Truppen zusammen, die für Enter- und Bodenoperationen eingesetzt werden.
Die Religion im Valyrischen Reich:
Interessanterweise ist die Staatsreligion Valyrias der Glaube der Jedi – dies geht auf eine
Dynastie Jedi Ritter zurück, die sich 2267 in Valyria ansiedelte, da sie vom Jedi Orden
aufgrund „Philosophischer Differenzen“ ausgeschlossen worden waren. Im Gegensatz
zum Orden vertraten sie die Ansicht, das Ehe und Familie essentiell sind um eine starke
Linie zu gewährleisten und dem Jedi selbst Halt und Geborgenheit zu geben. Diese Jedi
Familie mit dem Namen Tyrell wurde schnell sehr einflussreich und wurde nachdem ihr
Oberhaupt Deamon Tyrell für seine Verdienste in den Stand eines Lords erhoben wurde
feste Angehörige der Valyrischen Adelsschicht. Den Tyrells folgten weitere Jedi die
ähnliche Ansichten vertraten, die sich als Ritter des Reichs wie sie auch gerne genannt
werden großes Ansehen sowohl beim König, als auch beim Volk erwarben. Nachdem
Deamons Tochter den König geheiratet hatte, nahm dieser ebenfalls den Glauben der Jedi
an und machte ihn zu obersten Staatsreligion. Seit dem hat auch die Linie der Greys
immer wieder Machtbegabte Personen hervor gebracht. Der Großteil der Bevölkerung
gehört zwar anderen Glaubensrichtungen an, aber die Philosophischen Lehren der Jedi
sind zu einem wichtigen Bestandteil der Valyrischen Gesellschaft geworden.
Die Duelltradition:
Ein wichtiger Aspekt in der Valyrischen Gesellschaft ist die Einführung der Archaisch
Anmutenden Tradition des Duells, die dazu beitragen soll das Valyrische Bürger ihr Recht
und Ihre persönliche Ehre verteidigen können. Obwohl theoretisch jeder Valyrische Bürger
als Satisfaktionsfähig gilt, ist die tatsächliche Ausübung des Duellrechts auf das Militär und
die Angehörigen des Adels beschränkt. Ein so genanntes Ehrengericht prüft darüber
hinaus die Rechtmäßigkeit eines Duells und überwacht dessen Durchführung, um
Missbrauch zu verhindern. Duelle werden meist bis zum ersten Blut, sprich der
Verwundung eines der beiden Kombatanten ausgetragen, in Einzelfällen jedoch auch bis
zur Kampfunfähigkeit oder dem Tod eines der Kombatanten. Der Kodex sieht dabei ein
komplizierte Regeln vor, nach denen ein Duell auszutragen ist. Während der
Herausgeforderte üblicherweise die Wahl der Waffen hat, obliegt dem Herausforderer die
Wahl von Ort und Zeit, wobei dabei darauf zu achten ist, das ein Reibungsloser und
Zeitnaher Ablauf des Duells ermöglicht ist. Als Waffen sind ausschließlich altertümliche
Projektilpistolen und Klingenwaffen wie Degen, Säbel oder Langschwert zugelassen, bei
Duellen oder Jedi auch das Lichtschwert. Innerhalb der RSF ist die Projektilpistole die
vorgeschriebene Duellwaffe – hier wird prinzipiell davon ausgegangen dass alle Duelle mit
diesen Waffen durchgeführt werden – die Wahl der Waffen entfällt hier.
Ein Duell wird prinzipiell von einem Schiedsrichter überwacht, der die Waffen kontrolliert
und bereitstellt, die Durchführung überwacht und etwaige Regelverstöße ahndet. Der
Schiedsrichter wird entweder vom Ehrengericht bestellt, oder die Parteien einigen sich auf
eine geeignete Person. Seine Verantwortung ist sehr hoch – im Extremfall ist es seine
Pflicht einen Duellanten zu erschießen, der sich nicht an die Regeln hält und den Ablauf
des Duells gefährdet.
Die Raumfahrttechnologie im Valyrischen Reich:
Obwohl das Valyrische Reich als technologisch weit fortgeschritten gilt, befindet es sich
nicht auf dem technischen Stand der Union. Vor allem in der Raumfahrt ist dies spürbar,
da Valyrische Schiffe noch immer veraltete Hypersprungsantriebe verwenden die in ihrer
Reichweite begrenzt und nur ungefähr einen Viertel der Reisegeschwindigkeit des 5DAntriebs
der Union erreichen können. Außerdem benötigt dieser Sprungantrieb einen
Sicherheitsabstand zu großen Gravitationsquellen wie Sternen und Planeten, was ihn
teilweise bei militärischen Operationen stark unpraktisch macht. Was den Rest
derRaumfahrttechnologie anbelangt, ist die Union was Waffen, Schildsysteme und
Sensoren anbelangt ebenfalls überlegen – der Vorsprung beträgt ungefähr 20 Jahre.

Angela Sturbridge war gerade fertig mit Lesen, als einer ihrer Mitarbeiter ihr Büro an Bord der Starfleet One
betrat. Anscheinend war die Pause wieder vorbei. Sie sah ihn fragend an, und stellte fest, daß er auch gleich
eine frische Tasse Kaffee mitbrachte. Oh. Dann war es etwas wichtiges.
„Madam Secretary? Das hier ist gerade reingekommen. Sie sagten, sie wollen umgehend informiert werden,
wenn erste Berichte aus dem Valyrischen Reich eintreffen.“
Sie hob die Brauen und nahm ein Pad entgegen.
„Ja, danke Neal.“
Mit einem Nicken entließ sie ihn wieder und aktivierte das Pad. Die Überschrift lautete:
Vorläufiger Abschlußbericht
Sie runzelte die Stirn. Bürokraten... Einer ihrer Leute hatte es wieder gut gemeint, und ihr aus den Roh-
Daten eine hübsche Zusammenfassung gestrickt. Aber... Ein Abschlußbericht vom Einsatz der Highlander?
Jetzt schon?
Sie strich eine Strähne ihres blonden Haares hinters Ohr zurück und begann zu lesen.
Zusammenfassung der Ereignisse im Valyrischen Königreich
Erstellt aus Logbüchern und Berichten von Admiral Robert T. Norad (CO NDCE Highlander 2404), Lord
Admiral Gabriel Draco (Oberkommandierender der königstreuen RSF-Flotte), Captain Sarah Mulligan (CO
HMS Vanguard), Lt. Cmdr. Terry McRuss (XO NDCE Highlander 2404), Lt S.G. Indira Meridian (Protection
NDCE Highlander 2404)
Gemäß ihrem Auftrag, die Regierung des Valyrischen Königreiches in ihrem Kampf gegen den Ursupator
Lord Admiral Jonathan Leary zu unterstützen, begab sich die NDCE Highlander 2404 in valyrisches
Hoheitsgebiet und traf sich dort mit der HMS Victory unter dem Kommando von Lord Admiral Gabriel Draco,
dem Flaggschiff der königstreuen Truppen.
Admiral Draco übergab Admiral Norad ein Schreiben, ein königliches Dekret, das die Highlander offiziell zu
einem Schiff der Valyrischen Flotte machte, mit allen Rechten und Pflichten.
Es wurde auch ein Austausch von Personal vereinbart. Lady Lian Tyrell, Sonderbotschafterin der Königin,
und Sub-Lieutenant Julia Styles (RSF) kamen auf die Highlander, dafür gingen Lt. S.G. Indira Meridian
(Union) und Lt. J.G. Keith Russel Morrissay (Union) als Austauschoffiziere auf die HMS Victory.
Dann erläuterte Admiral Draco die Lage.
Anscheinend war eine neue Gefahr hinzu gekommen. Es gab Hinweise darauf, daß eine illegale
Subraumwaffe in den Valyrischen Sektor geschmuggelt worden war, die durch die Erzeugung eines
schwarzen Loches imstande war, einen ganzen Planeten zu vernichten. Auftraggeber war anscheinend die
so genannte Freedom Front, eine anti-monarchistische, terroristische Organisation, aber ein königstreuer
Agent hatte herausgefunden, daß Lord Admiral Leary diese Widerstandsbewegung nutze, um mit dieser
Bombe einen weiteren Anschlag auf die Königin durchzuführen.
Die Highlander sollte eine zentrale Rolle bei der Suche nach dieser Bombe übernehmen, da ihr Antrieb ca 4
mal schneller war als der der valyrischen Schiffe.
Als erstes entsandte Admiral Draco die Highlander ins Zion System, um dort die beiden Agenten zu treffen
und in Sicherheit zu bringen, die zuerst von der Existenz dieser Bombe berichtet hatten.
Er ging von Bord und die Highlander machte sich auf den Weg.
Im Zion System angekommen stellte die Highlander fest, daß ein hochgerüstetes Piratenschiff den
unbewaffneten Frachter, mit dem die Agenten unterwegs waren, aufgebracht hatte. Das Piratenschiff
eröffnete das Feuer auf die Highlander und wurde in einem kurzen Gefecht vernichtet.
Vier Lebenszeichen wurden auf dem Frachter geortet, aber beamen war aufgrund der Strahlung des
beschädigten Antriebs des Frachters nicht möglich. Die Highlander schickte ein Shuttle mit einem Team
bestehend aus Besatzungsmitgliedern und Mitgliedern der Colonial Marines. Die Marines lieferten sich an
Bord des Frachters ein kurzes Feuergefecht mit drei Piraten, die sich letztlich als Mitglieder der Freedom
Front herausstellten. Es gelang ihnen, eine Agentin lebend, wenn auch schwer verletzt, zu bergen, für den
anderen Agenten kam jede Hilfe zu spät. Dieser trug jedoch einen Datenträger bei sich, der sichergestellt
wurde.
Wie sich bei Sichtung herausstellte, befand sich ein Datei mit dem Titel „Daten Waffe“ auf dem Datenträger,
war jedoch mit einem Militärcode verschlüsselt, der nur mit dem richtigen Code dechiffriert werden konnte.
Die Agentin, Lt. Cmdr. Vanessa Darrow (RSF), wußte nicht was sich auf dem Chip befindet, und auch der
Code war ihr nicht bekannt. Diese Informationen hatte wohl nur der Agent gehabt, der ums Leben
gekommen war.
Lt. Cmdr. Darrow konnte jedoch berichten, daß ein Waffenhändler namens Vincent Foch maßgeblich an der
Beschaffung der Subraumwaffe beteiligt war, und sie und ihr Kollege versucht hatten, herauszufinden, wo
die Übergabe der Bombe an die Freedom Front erfolgen sollte. Sie waren dann jedoch enttarnt worden und
mußten fliehen.
Sie berichtete auch, daß Foch von der Nebula-Station aus operierte. Diese wurde damit zum nächsten Ziel
der Highlander.
An der Nebula-Station angekommen brachte die Highlander die Stationsleitung mit massivem Druck dazu,
Vincent Foch festzunehmen. Dies scheiterte jedoch an der guten Bewaffnung der Leibwächter des
Waffenhändlers. Die Colonial Marines und die Protection von der Highlander konnten ihn dann erfolgreich
festnehmen. Im anschließenden Verhör gestand er schließlich, die Waffe beschafft und bereits an die
Freedom Front übergeben zu haben. Er gab ihnen die Koordinaten einer Farm auf einem Planeten im
Belmont-System, wo die Übergabe vor zwei Tagen stattgefunden haben sollte. Er und die überlebenden
Leibwächter wurden auf der Highlander unter Arrest gestellt.
Bei Belmont II angekommen beamte die Highlander ein kleines Team in die Nähe des Farmhauses. Die
unmittelbare Umgebung des Hauses wurde dahingehend durch einen Beam-Jammer blockiert, aber man
wollte trotzdem nicht irgendwelche armen Bauern zu Tode erschrecken, für den Fall, daß Foch gelogen
haben sollte.
Die Bewohner des Hauses erwiesen sich jedoch als Freedom Front-Kämpfer, denen es gelang, das Team zu
überwältigen und als Geiseln zu nehmen. Ein Rettungsteam von der Highlander konnte diese Situation
jedoch schnell und ohne Verluste klären.
Von den Freedom Front Kämpfern erfuhren sie jedoch nur, daß die Bombe bereits vor vielen Stunden von
anderen Kämpfern in einem Kurierschiff abgeholt worden war. Aber es wurde ein Computer mit dem
aktuellen Codebuch geborgen. Man würde den Computer zuerst hacken müssen, um an die Codes zu
kommen, aber dann sollte es möglich sein, das verschlüsselte File mit den Daten der Waffe zu dechiffrieren.
Kurz nach Ende des Verhörs wurde Lady Tyrell schwer verletzt aufgefunden. Jemand hatte ihr ein Messer in
den Rücken gestoßen, das das Herz nur knapp verfehlt hatte.
Noch während sie medizinisch versorgt wurde, tauchte eine Flotte Leary-treuer Schiffe, angeführt von der
HMS Vanguard unter dem Kommando von Captain Sarah Mulligan (RSF), auf. Sie forderte die Kapitulation
der Highlander. Da die Highlander eine realistische Chance sah, wurde darauf natürlich nicht eingegangen.
Erst beim Hochfahren des Antriebs fiel auf, daß dieser offensichtlich sabotiert worden war. Die Highlander
trieb manövrierunfähig im All. Captain Mulligan forderte erneut die Kapitulation, aber die Highlander stellte
sich dennoch zum Kampf. Es gelang ihr noch, einen RSF-Kreuzer zu vernichten und einen schwer zu
beschädigen, bis die Schilde zusammenbrachen.
An diesem Punkt sprach Admiral Norad offiziell die Kapitulation aus. Die Selbstzerstörung wurde aktiviert, 30
Minuten stiller Countdown.
Spezialeinheiten der Leary-treuen Flotte, unter dem Kommando von Commander Stanley Ross (RSF),
stürmten das Schiff und sicherten alle Abteilungen ohne Gegenwehr.
Captain Mulligan begab sich dann an Bord, um die Kapitulation persönlich anzunehmen. Sie fragte Admiral
Norad, ob sie sein Ehrenwort als Offizier habe, daß er nichts gegen sie oder ihre Leute unternehmen würde.
Norad stimmte zu und ließ daraufhin auch den Countdown zur Selbstzerstörung wieder abbrechen. Mulligan
ließ dafür die Crew der Highlander Verletzte versorgen und Reparaturen durchführen. Auch wurde wieder
versucht, die Daten der Waffe zu entschlüsseln.
Captain Mulligan suchte das Gespräch, um herauszufinden, was für eine Funktion die Highlander in diesem
Konflikt hatte. Sie zeigte sich schockiert und empört, als sie von der Subraumwaffe hörte, und ungläubig, als
sie hörte, daß Leary damit zu tun haben sollte. Auch als dann die Daten der Waffe entgültig entschlüsselt
wurden, handelte es sich nur um die genauen technischen Daten, aber nichts, was eine Verbindung zu
Leary herstellte.
Währenddessen beschuldigten sich Lt. Cmdr. Darrow und Sub-Lieutenant Styles gegenseitig, die Sabotage
verübt, dabei einen Techniker der Highlander getötet und Lady Tyrell niedergestochen zu haben. Darrow
forderte schließlich ein formelles Duell zur Klärung. Cpt. Mulligan forderte daraufhin einen Experten für
Duell-Recht an, da sie aufgrund des Kriegsgefangenen-Status der beiden nicht sicher war, ob sie das Recht
auf ein Duell hätten. Und sie sah hier eine Möglichkeit, ihr eigenens Dilemma zu lösen und zu prüfen, wie
ernst die Leute von der Highlander es mit ihren Anschuldigungen wirklich meinten.
Sie forderte Admiral Norad zum Duell, welches auch umgehend durchgeführt wurde. Mit dem zweiten Schuß
traf sie ihm am Bein, er selbst hatte beide Male in die Decke geschossen.
Das Duell war damit beendet, und Cpt. Mulligan unterstellte sich und die anwesende Flotte Norads
Kommando. Die Tatsache, daß er zum Duell angetreten war, war für sie Beweis genug, daß sie sich wegen
der Anschuldigungen gegen Leary absolut sicher waren. Und damit konnte sie Leary nicht länger folgen. Der
Einsatz von Subraumwaffen war inakzeptabel.
Admiral Draco wurde über die bisherigen Vorfälle und Ergebnisse informiert, die Einsatzbereitschaft der
Highlander wurde wieder hergestellt, und die Ermittlungen wegen des Mordes, des versuchten Mordes und
der Sabotage wurden vorangetrieben. Admiral Norad wurde notdürftig versorgt. Er wollte sich in der
aktuellen Situation nicht einer langwierigen Behandlung unterziehen.
Die Ermittlungen wiesen auf Darrow als Täterin hin, aber der letzte Beweis fehlte. Lady Tyrell, mittlerweile
auch versorgt, versuchte mit Hilfe ihrer Jedi-Fähigkeiten, die Sache aufzuklären. Jedoch funktionierten diese
bei Darrow, die als Agentin eine spezielle Konditionierung genossen hatte, nicht. Sub-Lieutenant Styles
konnte jedoch überprüft werden und erwies sich als unschuldig.
Admiral Draco erreichte das Belmont System und kam an Bord. Cpt. Mulligan wiederholte noch einmal ihre
Absicht, sich wieder den königstreuen Truppen anzuschließen. Admiral Draco akzeptierte dies offiziell, und
schickte sie dann mit ihrer Flotte zum Cyro-System, um dort zusammen mit dem Rest der Flotte die Königin
zu beschützen, die sich in ihrer Sommerresidenz auf dem Planeten Altos aufhielt. Die Vanguard machte sich
zusammen mit den anderen Schiffen auf den Weg.
Auf der Highlander wurde derweil Lt. Cmdr. Darrow verhört. Sie gestand schließlich, eine Doppelagentin zu
sein. Zwar wußte sie auch nicht, wo sich die Bombe jetzt befand, aber sie konnte zumindest sagen, wo sich
Leary zur Zeit aufhielt: In seiner geheimen Basis auf Eskora, dem Mond eines Gasriesen im Tavaro-System.
Da die Highlander nach wie vor das schnellste Schiff war, transferierte Admiral Draco seine Flagge offiziell
auf die Highlander und schickte die Victory ebenfalls zum Schutz der Königin ins Cyro-System.
Über Eskora angekommen wurde schnell klar, daß Learys Festung nicht ohne weiteres zu knacken sein
würde. Um ihn an die Oberfläche zu locken gab Admiral Norad vor, sich ihm anschließen zu wollen und bot
an, ihm Admiral Draco und Lady Tyrell auszuliefern. Ein Treffen auf der Oberfläche wurde vereinbart.
Wieder verhinderten Beamjammer den direkten Transport. Das Team von der Highlander, angeführt von Lt.
Cmdr. McRuss, mußte ca 800m weit bis zum Treffpunkt laufen.
Leary erwartete sie dort, zusammen mit einer Untergebenen.
Lady Tyrell forderte Leary zum Duell, da bei seinem ersten Anschlag auf die Königin ihr Bruder getötet
worden war. Da es sich bei beiden um Jedi handelte, wurde das Duell mit Lichtschwertern ausgetragen.
Lady Tyrell unterlag schließlich, aber Leary wurde von McRuss mittels Hypospray ausgeschaltet bevor er
den Todesstoß setzen konnte.
Das Team begab sich, zusammen mit der verletzten Lady Tyrell und dem bewußtlosen Leary aus dem
Bereich des Beamjammers, um wieder an Bord geholt zu werden.
Lady Tyrell wurde erneut medizinisch behandelt, Admiral Leary zur Befragung auf die Brücke gebracht. Er
sagte jedoch nur, daß die Bombe bereits bei der Königin und nicht mehr aufzuhalten sei, dann befahl er
einem Mitglied der Protection mittels der Macht, ihm das Genick zu brechen.
Die Admirals Draco und Norad ließen alle gesammelten Informationen an die Königin schicken und machten
sich dann mit der Highlander auch auf den Weg ins Cyro-System.
Die Königin ließ diese Daten umgehend an die Schiffe im System weiterleiten. Kurz darauf meldete sich Cpt.
Mulligan von der Vanguard und sagte, daß sie den starken Verdacht hatte, daß sich die Bombe auf ihrem
Schiff befand, denn Leary hatte es kurz zuvor noch persönlich inspiziert. Sie verließ sofort die Formation auf
einem Kurs, der sie schnellstmöglich aus dem System bringen würde, und ließ das Schiff durchsuchen.
Kurz nach dem Eintreffen der Highlander im Cyro-System meldete sie sich erneut und berichtete von einem
Feuergefecht in einem Frachtraum. Anscheinend befand sich die Bombe tatsächlich dort, zusammen mit ein
paar Leary-treuen Leuten oder Freedom Front-Kämpfern. Welches von beidem konnte noch nicht geklärt
werden. Der Funkspruch wurde unterbrochen, als es diesen Leuten gelang, die Bombe zu zünden.
Die Vanguard wurde augenblicklich vernichtet, und an der Explosionsstelle entstand ein schwarzes Loch.
Die Highlander befand sich aufgrund ihres gerade ins System führenden Kurses am dichtesten an der
Explosion und wurde vom Schwerkraftsog des schwarzen Loches erfaßt. Da ein Entkommen aus dem Sog
nicht mehr möglich war, wurde mit der Evakuierung des Schiffes begonnen. Die Victory hielt sich dafür
knapp außerhalb des Sogs und beamte die meisten Personen gleich weiter auf andere Schiffe der RSF.
Währenddessen arbeitete die Brückencrew der Highlander fieberhaft an einer Möglichkeit, das schwarze
Loch wieder zum Kollabieren zu bringen, bevor es die nötigen Ausmaße erreichte um den bewohnten
Planeten Altos aus seiner Bahn zu reißen. Dafür wurde die Selbstzerstörung aktiviert und auf die exakte
Subraumfrequenz der Subraumbombe eingestellt (diese war aus dem entschlüsselten Dokument bekannt).
Eine Explosion möglichst nahe am Ereignishorizont sollte das schwarze Loch damit zum Kollabieren
bringen. Es wurde mit Lt. Meridian, die auf der Victory die Kommunikation übernommen hatte, geklärt, daß
die Brückenbesatzung zuletzt von Bord geholt würde.
Bei ca T minus 1 min 30 sec meldete Lt. Meridian, daß alle Besatzungsmitglieder außer der
Brückenmannschaft erfolgreich evakuiert worden waren.
Bei ca T minus 1 min sollte die Brückenmannschaft folgen, da alle Vorbereitungen abgeschlossen waren. Es
wurde für den Transporter-Offizier der Victory jedoch immer schwieriger, die Leute zu erfassen, da sich die
Highlander immer tiefer in den Störeinflüssen des schwarzen Loches befand.
Bei T minus 30 sec mußte Lt. Meridian dann mitteilen, daß sie es nicht schaffen würden, die verbleibenden
16 Personen auf einmal herauszubeamen. Die Transporterkapazität reichte aufgrund der Störungen nur für
15 Personen. Admiral Norad bestimmte daraufhin, daß er als letzter von Bord gehen würde.
Die Störungen waren mittlerweile jedoch so stark, daß es der Victory erst bei T minus 7 sec gelang, den
Transport einzuleiten. Alle Personen außer Admiral Norad wurden auf die Victory gebeamt. Man versuchte
dann noch, auch Norad zu erfassen, was aber aufgrund der Störungen und der wenigen verbleibenden Zeit
nicht gelang.
Die Highlander explodierte in der Nähe des Ereignishorizonts und brachte das schwarze Loch zum
Kollabieren.
Fazit:
Der Konflikt im Valyrischen Königreich ist im großen und ganzen beigelegt. Lord Admiral Leary ist tot, die
meisten Truppen haben sich den königstreuen Truppen ergeben.
Aufgrund des frühen Manövers der HMS Vanguard und des Eingreifens der NDCE Highlander entstand das
schwarze Loch weit genug von Altos entfernt bzw wurde schnell genug wieder versiegelt, um keine
bleibenden Schäden im Cyro-System hinterlassen zu haben.
Angela Sturbridge starrte mit steinerner Miene auf das Pad.
„Großartig...“ murmelte sie, aber besonders begeistert sah sie nicht aus. Eher als hätte sie gerade in eine
besonders saure Zitrone gebissen. Es hatte den Anschein, als hätten sie für ihre Einmischung einen
verdammt hohen Preis bezahlt... durch den aber immerhin eine Katastrophe stellaren Ausmaßes verhindert
worden war... die niemanden interessiert hätte, wäre da nicht die Geschichte mit dem Nyoskopin gewesen...
In ein paar Tagen würden ihr die Experten dann sagen, ob die Mission aus politischer Sicht ein Erfolg
gewesen war oder nicht...
Sie blätterte kurz die Roh-Daten durch. Auf die Verlust-Liste warf sie einen längeren Blick, eine lange Liste
von Namen auf Seiten der RSF, zwei Namen auf Seiten der Union.
Die NDCE Highlander war zweifellos ein Totalverlust... nicht einmal Trümmer waren übrig. Selbiges galt für
die Vanguard. Aber immerhin hatte die Crew der Highlander gerettet werden können. Fast.
Sie lachte humorlos, als sie sah, daß jemand Admiral Norad als Missing in Action gelistet hatte.
„Optimisten...“ murmelte sie. Vielleicht war man auch einfach nur vorsichtig. Es gab schließlich keine
Leiche...
Sie seufzte tief und rieb sich in dem Versuch, die beginnenden Kopfschmerzen zu unterdrücken, den
Nasenrücken. Dann lud sie die Daten vom Pad in ihr gesichertes Computer-Terminal und leitete den ganzen
Packen ans Oberkommando der Raumflotte weiter.


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(geschrieben von mir als Vanessa Darrow / Doppelagentin)

„Machen sie es sich doch nicht schwerer, als es sein muss... Sagen sie uns wo die Subraumbombe ist!“
Vanessa war auf den Boden niedergedrückt worden. Jemand von der Protection der Highlander hielt sie
unerbittlich an der verletzten Schulter fest. Ein weiterer fixierte ihren unverletzten Arm und irgendjemand
hielt ihr Bein fest, auf dem die Messerspitze eines Colonial Marines ruhte.
„Ich weiß es doch nicht!“ schrie Vanessa in gespielter Verzweiflung und ließ Panik in der Stimme
mitschwingen. Admiral Norad zeigte bereits Anzeichen ihr zu glauben., doch Admiral Draco war absolut nicht
überzeugt. „Machen sie weiter Marine!“ hörte sie ihn befehlen.
Vanessas Jammern ging schlagartig zu einem echten Schmerzensschrei über, als sich das Messer des
Marines in ihren Unterschenkel bohrte. Unbarmherzig drückten die Männer sie weiterhin zu Boden, als sie
sich vor Schmerzen wand.
„Fällt es ihnen jetzt wieder ein? Wo befindet sich Admiral Leary?!“ knurrte der Marine.
„ich weiß es nicht, ich weiß es nicht....“ wiederholte Vanessa immer wieder, wie ein verzweifeltes Gebet.
Das Messer des Marines drehte sich langsam in der stark blutenden Beinwunde und Vanessa wand sich
unter Schmerzen. „Bitte... sie machen einen Fehler... ich weiß es doch wirklich nicht...“ brachte Vanessa
noch gepresst heraus, während sie versuchte den Schmerz zu ignorieren. Doch Admiral Draco ließ sich
nicht so schnell erweichen. Er kannte die Ausbildung seiner Agenten und wusste was Vanessa im Stande
wäre auszuhalten. Mit einem kurzen Nicken bedachte er dem Marine weiter zu machen.
„Zeigen sie mir doch mal ihre hübschen Hände...“ sagte der Soldat und packte ihre rechte Hand.
Mit einem wiederlich schmatzenden Geräusch riss der Marine das Messer aus Vanessas Bein und legte sein
Messer an ihren kleinen Finger an.
„es wäre doch schade, wenn sie einen Finger verlieren würden, nur weil sie uns nicht die Wahrheit sagen
wollen!“
Vanessa biss die Zähne zusammen und hoffte insgeheim, dass sich der Soldat das Messer selbst
reinrammen würde, bei dem Vorhaben ihr den Finger abzuschneiden.
„Ich weiß doch wirklich nicht wo die Bombe ist!“ winselte Vanessa. Was sogar die Wahrheit war.
Dem Marine war das egal und mit einem Ruck glitt das Messer durch ihren Finger.
Vanessa schrie laut auf. Ihr ganzer Körper schien nur noch eine Empfindung zu kennen. Schmerz!
Dann wurde ihr langsam bewusst, dass sie alleine war. Alleine in einer kleinen, spärlich eingerichteten Zelle
auf der HMS Victory.
Sie musste all ihren Mut zusammen nehmen, um ihre Hand anzusehen, nur um festzustellen, was sie schon
lange wusste. Der Finger war noch da. Aber eine kleine Schnittwunde war zu sehen, wo der Marine das
Messer angelegt hatte. Kurz bevor man sie unter Drogen gesetzt hatte und auf diese Weise ihr alle nötigen
Informationen entlockt hatte.
Leider war der Schmerz in ihrem Bein kein Alptraum gewesen. Die Wunde war anscheinend wieder
aufgebrochen.
Auf der Highlander war sie noch erstklassig medizinisch versorgt worden. Auch als klar war, dass sie eine
Doppelagentin war. Doch auf der Victory würde man ihr diesen Luxus nicht zusprechen.
Sie konnte von Glück sagen, wenn sie nicht hingerichtet werden würde... Admiral Draco würde sein Wort
halten, ein gutes Wort für sie einzulegen, nachdem sie Schlussendlich geholfen hatte Leary eine Falle zu
stellen. Doch das letzte Wort in dieser Angelegenheit hatte immer noch die Königin. Vanessa malte sich nicht
allzu große Chancen aus, dass die Königin von einer Hinrichtung absehen würde...


Vanessa beschloss genug Zeit damit vertrödelt zu haben an die Decke zu starren.
Vorsichtig richtete sie sich auf, doch die Schmerzen in ihrem Bein ließen sie wieder zusammenzucken.
Die Zähne zusammenbeißend versuchte sie es ein weiteres mal und schlug vorsichtig das Hosenbein ihrer
Uniform zurück. Der einst weiße Verband war von Blut und Wundsekret völlig durchtränkt. Mit zittrigen
Fingern löste sie den Verband und das, was darunter zum Vorschein kam, sah alles Andere als appetitlich
aus.
"Verflucht..." presste sie zwischen den Lippen hervor.
"Wache?" rief sie und war erschrocken über den schwachen Klang ihrer Stimme.
Nichts passierte.
Nach einer endlos erscheinenden Zeit rief sie erneut. Diesmal gab sie sich mehr Mühe und ihr gelang ein
bestimmteres und lauteres "WACHE!" zu rufen.
Jemand erschien auf der anderen Seite des Kraftfeldes, das den Zugang zu ihrer Zelle verschloss.
"Wir haben gerade besseres zu tun, als Zimmerservice zu spielen!" knurrte er.
Vanessa kannte die Stimme und blickte fragend hoch. "Phil?"
Das Kraftfeld löste sich auf und ein hoch gewachsener Protection-Offizier der Royal Star Force trat in die
Zelle.
Seine Mine war wie versteinert, als er Vanessa anblickte, doch seine Augen ließen vor allem eines
durchblicken;
Enttäuschung!
"Lässt Du neuerdings Deine 'Gäste' in der Zelle langsam verrecken?" wollte Vanessa wissen.
Der Offizier trat langsam näher und begutachtete die stark entzündete und eiternde Wunde.
"Dieser Marine muss sich mit dem Messer vorher noch die Zehennägel sauber gemacht haben, bevor er es
mir in das Bein rammte..." knurrte sie.
"Das hätte ich an seiner Stelle auch..." antwortete Phil tonlos. Knapp forderte er über Com jemanden aus der
medizinischen Abteilung zur Wundversorgung an.
"Es kann eine Weile dauern, bis jemand hier ist. Im Moment ist heilloses Chaos auf dem Schiff."
"Habt ihr die Subraumbombe noch nicht gefunden?" wollte Vanessa wissen, die in ihrer Zelle auf der
Highlander gar nichts
mitbekommen hatte. Ein Hauch von Spott schwang in ihrer Stimme mit.
Phil sah ihr lange schweigend in die Augen, ehe er antwortete.
"Was ist in den zwei Jahren nur mit Dir geschehen? Was kann einen Menschen so sehr verändern?"
flüsterte er fast.
"Lord Leary machte mir ein Angebot, das ich nicht abschlagen konnte" erwiderte Vanessa trocken.
"Du hast nicht nur die Königin, sondern auch Deine Freunde und Kameraden verraten! Wofür? Für den
Posten
der Geheimdienstcheffin?!" brüllte der Offizier sie an. Dann mäßigte er seinen Tonfall aber gleich wieder.
Leiser fügte er hinzu; "gib einem Menschen Macht und Du wirst seinen wahren Charakter erkennen...".
Mit diesen Worten verließ er die Zelle, ohne Vanessa noch einmal anzublicken. Das Kraftfeld schloss sich
umgehend
hinter ihm.

Phil Darrow war äußerlich seine Aufgewühltheit nicht anzumerken. Innerlich kochte er regelrecht
und das ahnte wohl auch jeder aus seiner Abteilung, denn niemand wagte es ihn anzusprechen.
Noch mehr ärgerte es Phil, dass er das Gefühl hatte, die Leute würden sich nach ihm umdrehen und
mitleidig nachsehen.
Admiral Draco hatte ihm vorgeschlagen den Tag frei zu nehmen und die Nachricht erst einmal zu verdauen,
dass seine Schwester sich des Hochverrats schuldig gemacht hatte.
Phil hatte abgelehnt, weil es auf dem Schiff viel zu viel zu tun gab. Die Gänge waren voll mit Flüchtlingen
und jede helfende Hand wurde gebraucht. Doch nun merkte er, dass er mit seinen Gedanken absolut nicht
bei der Arbeit war. Immer wieder kreisten sie um Vanessa. Vielleicht sollte er sich zumindest für ein
Stündchen eine Auszeit nehmen, um wieder einen klaren Kopf zu bekommen.
Der Weg zu seinem Quartier führte ihn an der Brücke vorbei, wo ihm ein Mann auffiel, der sich gegen die
Wand hat sinken lassen. Er trug die Uniform der Highlander. Phil hätte sich am liebsten geohrfeigt.
Er machte sich Gedanken um seine Schwester, die für ihre Taten selbst verantwortlich war... und hier an
Bord
befanden sich Leute, die gerade mit weit aus größeren Problemen zu kämpfen hatten.
Phil trat auf den Mann zu. Dieser schien in Gedanken versunken und ihn nicht zu bemerken.
"Sir? Kann ich ihnen helfen?"


Der Mann schien so sehr in Gedanken versunken, dass er Phil gar nicht bemerkt zu haben schien. Also
beschloss Phil ihn besser in Ruhe zu lassen und wollte sich bereits abwenden, als sein Com piepte. Mit
knappen Worten wurde er auf die Brücke zu Admiral Draco zitiert. Phil bestätigte.
Es geht um Vanessa... dachte er nervös.
"Entschuldigen Sie mich bitte", sprach er zu dem Mann, auch wenn er ihn wahrscheinlich noch immer nicht
registriert hatte und trat dann auf die nur wenige Schritte entfernte Brücke zu. Davor blieb er noch einmal
kurz stehen und holte tief Luft, um ruhiger zu werden. Dann trat er durch die sich öffnende Sicherheitstüre.
Mit festem Schritt trat er auf Admiral Draco zu, salutierte und blieb nahezu regungslos in hab-acht-Stellung
stehen.
"Sir!"
Admiral Draco musterte Phil und salutierte ebenfalls.
"Stehen sie bequem Lieutenant Commander Phillip Darrow."
Phil tat wie ihm geheißen und wartete auf weitere Anweisungen.
Admiral Dracos Blick wanderte auf ein Nachrichtenpad in seiner Hand.
"Nun... ich will es kurz machen. Aufgrund der jüngsten Ereignisse, hat unsere Königin das Ersuchen auf
Begnadigung im Fall Vanessa Darrow abgelehnt."
Eine unangenehme Stille breitete sich auf der Brücke aus.
Phil presste die Lippen aufeinander und schloss für einen Moment die Augen, um sich zur Ruhe zu zwingen.
Leise fragte er nur...
"Wann?"
"Morgen; 1300; Hangardeck 1"
In einem fast väterlichen Ton fügte Draco hinzu,
"Ich dachte, sie möchten ihrer Schwester die Nachricht vielleicht selbst überbringen. Es sei denn, sie
möchten, dass ich jemand Anderes schicke."
"Nein Sir..., das werde ich selbst übernehmen" antwortete Phil mit einem kaum zu verbergendem Zittern in
der Stimme.
"Gut..." Admiral Draco nickte Phil nur knapp zu, als Zeichen, dass er nun wegtreten könne.
"Sir!" Phil salutierte, machte zackig kehrt und verließ fast fluchtartig die Brücke.
Draußen angekommen blieb er erst mal wie in Trance stehen. Er brauchte eine Weile, um die Nachricht zu
verdauen.

Phil ging ohne Umschweife zurück zu den Arrestzellen, wo Vanessa untergebracht war. Doch seine
Schritte waren längst nicht so zügig, wie sonst. Als ob er so das Unvermeidbare hinauszögern könne.
Seine Umgebung nahm er kaum wahr. Hin und wieder rempelte er versehentlich jemanden an. Doch
auch das registrierte er kaum.
Als er angekommen war, sprach ihn jemand an. Phil reagierte nur mit Verzögerung.
Mit einem etwas irritiertem "hmmm?" reagierte er endlich auf die Person. Es war jemand
vom medizinischen Personal, der ihn etwas besorgt ansah.
"Sie sehen Blass aus. Ist alles in Ordnung?"
"Mir geht es gut. Haben Sie schon nach der Gefangenen gesehen?" antwortete Phil.
"Ja... Sie ist knapp an einer ausgewachsenen Blutvergiftung vorbei geschrammt. Der Verband war
völlig durchweicht und verdreckt. Sie hatte wohl einen längeren Fußmarsch im Gelände hinter sich gebracht,
obwohl sie das Bein besser nicht hätte belasten sollen. Die Wunde ist jetzt soweit gereinigt und behandelt.
Sie sollte sich in ein paar Stunden wieder besser fühlen. Ich habe ihr etwas gegeben, das sie vorerst etwas
schlafen lässt. Das Bein sollte die nächste Zeit nicht mehr belastet werden!" tadelte der Mediziner.
"Keine Sorge. Für längere Ausflüge wird sie keine Zeit mehr haben..." murmelte Phil.
"Gut! Ich habe noch zu tun. Es ist viel los auf dem Schiff. Falls noch was sein sollte..." Der Mediziner sah
Phil prüfend an.
"Nein. Ich will sie nicht aufhalten. Vielen Dank." antwortete Phil knapp und ging auf die Zelle zu, in der
Vanessa eingesperrt war. Zwei Wachen waren eingeteilt, die Phil erkannten und respektvoll zunickten.
Einer von ihnen gab den Zugangscode ein und Phil konnte die Zelle betreten, nachdem das Kraftfeld
abgestellt war.
Kaum war er in der Zelle, wurde das Kraftfeld auch schon wieder aktiviert.
Vanessa schlief auf der harten Pritsche. Es roch nach Desinfektionsmittel und ihr Bein war frisch verbunden
worden.
Phil setzte sich zu ihr und beobachtete ihren ruhigen Schlaf schweigend.

Phil hatte gute drei Stunden neben Vanessa ausgeharrt und ihren ruhigen Schlaf beobachtet.
Jeden einzelnen Atemzug verfolgte er. Und jeder einzelne Atemzug erinnerte ihn daran, dass nicht mehr
viele folgen werden.
Er sah auf die Uhr. 8 Uhr Abends... Bleiben nur noch 17 Stunden, um Abschied zu nehmen!
Nur zu gern hätte er die Zeit einfach angehalten. Oder noch besser... an den Tag zurückgedreht, an
dem Vanessa und er sich zur Fortbildung beim Nachrichtendienst gemeldet hatten. Vanessa bestand im
Gegensatz
zu ihm die harte Aufnahmeprüfung. Das war vor ca. 6 Jahren. Von da ab hatte er sie nur noch selten
gesehen,obwohl
sie auf dem selben Schiff der RSF dienten. Doch Vanessa wurde oft Undercover auf irgendwelchen
Raumstationen eingesetzt,
wo illegale Geschäfte vermutet wurden. Wenn sie dann wieder an Bord der Victory war, hatte sie oft so viel
Papierkram um die Ohren,
dass kaum Zeit blieb sich zu treffen.
Die letzten zwei Jahre hatte er sie gar nicht mehr gesehen, da sie einen längeren Undercover-Einsatz hatte.
Bei der Freedom Front,
wie er vor ein paar Stunden erst erfahren hatte.
Phil konnte sich gar nicht vorstellen für eine so lange Zeit in einer Organisation wie der Freedom Front zu
agieren und sich als
einen komplett anderen Menschen auszugeben. Wenn man Tag ein Tag aus von solch skrupellosen
Menschen
umgeben ist und selbst vorgibt genauso zu sein... schafft man es dann sich vor solchen Einflüssen zu
schützen und sich selbst nicht
aus den Augen zu verlieren?
Nachdenklich strichen Phils Finger über den orangenen Stoff eines Overalls, den man ihm für Vanessa
gebracht hatte. Sie musste
ihre RSF-Uniform abgeben, sobald sie aufgewacht war. Orange... die Farbe für Häftlinge, die man zum Tode
verurteilt hatte.

Eine weitere Stunde später harrte Phil noch immer neben Vanessa aus.
"Hey kleiner Bruder. Wartest du schon lange hier?"
Phil schrak aus seinen Gedanken hoch und lächelte Vanessa zögerlich an.
"Es geht so..." log er. "Wie fühlst du Dich?"
"Mindestens so beschissen, wie du aussiehst." seufzte Vanessa und richtete sich umständlich etwas auf.
Tadelnd sah sie ihren Bruder an. "Du solltest dir etwas Schlaf gönnen. Mir geht es gut, du musst nicht
über mir wachen, als könnte ich dir jeden Moment wegsterb..."
Vanessa brach ihren Satz abrupt ab, als sie den orangefarbenen Overall am Fußende ihres Bettes
entdeckte.
Ruckartig richtete sie sich nun komplett auf und starrte den Overall an.
Für eine ganze Weile sagte keiner von beiden etwas. Als die Stille schon fast unerträglich wurde, unterbrach
Vanessa endlich als Erste das Schweigen.
"Königin Victoria hat sich mit ihrem Urteil ja nicht viel Zeit gelassen.." brachte sie mit belegter
Stimme hervor.
Phil setzte sich zu Vanessa auf das Bett und sah sie ernst an.
"Admiral Draco hat deine Mithilfe erwähnt, als es darum ging Lord Leary eine Falle zu stellen.
Auch, dass du keinerlei Tricks oder Fluchtversuche unternommen hast, obwohl man auf gewisse
'Absicherungsmethoden'
verzichtet hatte." berichtete Phil.
"Absicherungsmethoden..." Vanessa schnaubte abfällig. " Mit oder ohne diesem Sprengstoffgürtel, der mich
in Stücke
gerissen hätte, sobald ich Flucht auch nur in Erwägung gezogen hätte...
Was glaubst du, wie weit ich mit diesen Verletzungen gekommen wäre?" wobei Vanessa auf ihr Bein
deutete,
"Keine drei Schritte und einer der Marines hätte mir wahrscheinlich das Genick gebrochen! Mir blieb
gar keine andere Wahl, als zu kooperieren. So hatte ich zumindest eine kleine Chance, daß von einer
Hinrichtung
wegen Hochverrats abgesehen werden würde..."
"Gar keine andere Wahl?!" entfuhr es Phil.
"Es war verdammt nochmal das einzig Richtige, was du noch tun konntest! Andernfalls wäre durch
die Subraumbombe ein ganzes System ausgelöscht worden! Von den Menschen gar nicht erst zu reden...
Bedeutet dir das nichts? Ging es dir wirklich nur darum, deinen eigenen Arsch zu retten?!"
Phil war entsetzt und wütend.
"Wo gehobelt wird, da fallen Späne" entgegnete Vanessa trocken, wofür sie völlig unvorbereitet
eine schallende Ohrfeige von ihrem Bruder kassierte.
"Du solltest dich mal selbst reden hören Vanessa! Ich kann nicht fassen, dass das wirklich du bist!"
schnaubte er.
"Wenn du nur gekommen bist, um mir eine Moralpredigt zu halten, dann kannst du auch gleich wieder
gehen!"
knurrte Vanessa.
Wütend richtete sich Phil auf und ging zielstrebig auf die Sicherheitsbarriere zu. Blieb dann aber davor
stehen und atmete einmal tief durch, um sich zu beruhigen.
Seiner Schwester immer noch den Rücken zugekehrt sagte er in einem versöhnlicherem Tonfall,
"Ich will nur verstehen, wieso du dich so verändert hast."
Langsam, mit Tränen im Gesicht, drehte er sich wieder Vanessa zu.
"Ich will nicht, dass dieser Streit die letzte Erinnerung an dich sein wird."
Vanessa wich Phils Blick aus.
"Es würde den Abschied für mich aber wesentlich einfacher machen..." flüsterte sie mit einem deutlichen
Zittern
in der Stimme.

Phil kehrte zu seiner Schwester zurück und ließ sich neben ihrem Bett in die Hocke sinken.
Er merkte gar nicht, daß ihm weitere Tränen herunter liefen, als er Vanessa traurig ansah.
Vanessa wurde der Blick ihres Bruders unangenehm.
"Oh bitte!" knurrte sie.
"Hör endlich auf dich wie ein kleiner Schuljunge zu benehmen, dem man sein Lieblingsspielzeug
weggenommen hat!"
Vanessa schwang ihre Beine energisch über die Bettkante und stand hastig auf, was sie sofort
wieder bereute. Der daraufhin explodierende Schmerz in ihrem Bein, raubte ihr den Atem.
Dennoch biss sie die Zähne zusammen und hinkte zu dem kleinen Waschbecken an der Wand.
Für einen Moment stützte sie sich daran auf, ehe sie kaltes Wasser in ihre Handflächen laufen
ließ, um damit ihr Gesicht zu benetzen.
Als sie wieder aufblickte, sah sie im Spiegel, daß ihr Bruder hinter sie getreten war.
"Sieh dich an Vanessa!" Wie stolz warst du damals, als du zum ersten Mal diese Uniform tragen
durftest..." Phil legte sein Hände auf ihre Schultern und sah sie über das Spiegelbild an.
"Und jetzt, Lieutenant Commander... das alles wirfst du einfach so weg? Für einen Wahnsinnigen ohne
jeglichen Funken Ehrgefühl?"
"Ich werfe das alles nicht einfach so weg!" entgegnete Vanessa. "Gerade WEIL es mir so viel
bedeutet hat, war ich zu diesem Schritt bereit.
Im Übrigen kannst du dir das Lieutenant Commander sparen... Mit Sicherheit hat man mich bereits
unehrenhaft aus dem Dienst der RSF entlassen. Und wenn man es bislang versäumt hat, so wird
das sicherlich post mortem noch nachgeholt werden.
Oh... da fällt mir ein," fuhr Vanessa im Plauderton fort "in meinem Büro ist ein Aktenschrank.
Unter der dritten Schublade findest du einen Schließfachschlüssel. Der Schlüssel gehört zu
einem Schließfach am Abfertigungsbereich C auf der Raumstation RoyalStar1. Dort ist etwas Geld
hinterlegt. Das sollte für meine Beerdigung ausreichen. Die RSF wird wohl kaum dafür aufkommen
und ich will dir nach meinem Tod nicht auf der Tasche liegen."
Ein völlig entsetzter Phillip blickte Vanessa über sein Spiegelbild an.
"Was schaust du so?" wollte Vanessa betont lässig wissen.
"Du erzählst mir das, als hättest du mir gerade mitgeteilt, etwas zu Essen für mich in den
Kühlschrank gestellt zu haben!"
"Sorry... daran hab ich nicht gedacht. Ich hatte auch nicht die Gelegenheit dir etwas zu Essen
zu machen..." Phil riss Vanessa zornig herum.
"Ich mag diese Art von Sarkasmus nicht! Schon gar nicht in dieser Situation! Bist du mittlerweilen
wirklich so abgebrüht, oder spielst du mir und vor allem dir selbst nur etwas vor?!"
"Soll ich mich deiner Meinung nach etwa in die Ecke setzen und wimmern, damit du großer Held mich
trösten kannst? Oder etwa vor Draco auf den Knien rumrutschen und um Gnade flehen?
Das wird nichts am Urteil der Königin ändern! Ich werde mir nicht auch noch das Letzte nehmen lassen,
was mir noch geblieben ist!"
"Und was soll das sein?" fragte Phil resigniert.
"Meinen Stolz!" entgegnete Vanessa.
"Stolz?!" Phil spuckte das Wort regelrecht aus.
"Worauf bist Du Stolz Vanessa? Verrate es mir! Worauf?!
Auf die Leute, die du umgebracht hast?
Auf deine Kaltblütigkeit?!
Darauf, dass du alle an der Nase herum geführt hast?!
Wie lange läuft das schon so? Seit wann arbeitest du für Lord Leary?!"
"Ahh... wir schwenken Nahtlos über von Moralpredigt zum Verhör..." spöttelte Vanessa.
"Es reicht, Vanessa! Falls es noch nicht zu dir durchgedrungen sein sollte... in weniger als
16 Stunden findet deine Hinrichtung statt. Verdammt nochmal Vanessa! Ich will doch nur verstehen,
was in dich gefahren ist!" Phil hatte in seiner Wut und Verzweiflung Vanessa gepackt und gegen die
Wand gedrückt, die sich nun ihrerseits wütend losriss und Phil zurück stieß.
"Du willst wissen, was passiert ist?!" fauchte sie ihren Bruder an.
"Ich habe zu hoch gepokert und verloren! DAS ist passiert!"
Phil glaubte einen kurzen Moment Verzweiflung in ihren Augen abgelesen zu haben. Ein kurzer Blick
hinter die Maske aus Ablehnung und Hartherzigkeit.
"Das hier ist kein Spiel Vanessa..." flüsterte er leise.
"Das weiß ich doch... aber nichts, was ich jetzt sagen oder tun könnte, würde etwas an den Tatsachen
verändern. Ich habe getan, was ich getan habe. Ich kann die Zeit auch nicht zurück drehen und mich
anders verhalten. Ich weiß auch nicht, ob ich es tun würde, wenn ich die Möglichkeit dazu hätte...“
Phil nickte nur resigniert.
„Admiral Norad ist bei der Entschärfung der Subraumbombe um`s Leben gekommen...“ flüsterte er nur
tonlos.
Vanessa sah ihren Bruder eine ganze Weile nur stumm an und blickte dann hinüber zu dem orangenen
Häftlings-Overall.
„Das erklärt wieso es die Königin mit der Hinrichtung so eilig hat und Admiral Draco für mich nichts mehr tun
konnte...“

Vanessa hinkte zu ihrem Bett zurück und nahm den Overall an sich.
Kritisch, wie bei einem Einkaufsbummel, begutachtete sie das Kleidungsstück.
"Meinst du Orange steht mir?" wollte sie von Phil wissen, bekam jedoch keine
Antwort von ihm.
Vanessa zuckte mit den Schultern und begann umständlich sich umzuziehen.
Wortlos trat Phil zu ihr und half ihr die Kleidung zu wechseln.
Als Vanessa den Reißverschluss des Overalls zuzog, sah Phil für einen kurzen
Moment das Bild eines Leichensacks vor sich aufblitzen, der über Vanessas
leblosem Gesicht zugezogen wurde.
Erschrocken wich er ein paar Schritte zurück.
"Was ist?" wollte Vanessa wissen.
"So schlimm ist die Farbe doch nun auch wieder nicht, oder?"
Vanessa betrachtete sich gespielt gekränkt in dem kleinen Spiegel von allen
Seiten. Phil war klar, dass sie nur ihre eigene Unsicherheit und
Ängste zu überspielen versuchte, was es nicht unbedingt besser machte.
"Bitte hör mit dem Theater auf Vanessa! Ich ertrage das nicht mehr..."
flüsterte er.
Vanessa seufzte und nahm nach einem anfänglichen Zögern ihren jüngeren Bruder
ganz fest in die Arme.
Dann flüsterte sie ihm ins Ohr, weil sie ahnte, dass die Zelle abgehört
werden würde.
"Dann hol mich hier raus!"

Die Stunden vergingen, in denen sie sich mal stritten und mal über alte Zeiten plauderten.
Vanessa zur Flucht zu verhelfen stand außer Diskussion. Phil würde, selbst wenn es um
das Leben seiner Schwester ging, keinen Hochverrat begehen.
Vanessa war das auch sehr wohl bewusst, weswegen sie es bald aufgab ihren Bruder
überreden zu wollen.
Mittlerweilen saßen beide auf der schmalen Pritsche und starrten schweigend die Wand
an. Bislang war es Phil nicht gelungen etwas über Vanessas Beweggründe für ihren
Verrat zu erfahren. Auch wenn sie sich scheinbar nichts mehr zu sagen hatten, war Phil
froh die verbleibende Zeit bei seiner Schwester verbringen zu dürfen.
Er versuchte jede einzelne Sekunde bewusst festzuhalten, aber die Zeit entglitt ihm schneller
als feiner Sand zwischen den Fingern.
"Es ist schon seltsam..." flüsterte Vanessa mit belegter Stimme.
"Auf der Ventrue hatte ich keinen Gedanken an den Tod verschwendet, selbst als Red Fox
mich angeschossen hatte und mir schon schwarz vor Augen wurde.
Er muss mich bereits für erledigt gehalten haben, da er unvorsichtig wurde und das
Feuer auf meine Leute konzentrierte. Das war sein letzter Fehler...
Wenn die Highlander nicht aufgetaucht wäre, dann wär`s das wohl für mich gewesen.
Aber Angst vor dem Tod? Ich hatte mich nur darauf konzentriert nicht einzuschlafen.
An den Tod habe ich nicht einmal gedacht. Aber jetzt... zu Wissen, dass es in
weniger als einer Stunde zu Ende sein wird... Endgültig und ohne Hoffnung..."
Vanessas Stimme senkte sich noch etwas mehr zu einem kaum hörbarem Flüstern.
"Jetzt ist da nur noch Angst..."
Phil legte seinen Arm um Vanessas Schulter und zog sie an sich.
"Warum Vanessa? Warum hast Du das nur getan... Was kann einen Menschen
dazu treiben seinen eigenen Kollegen und Freunden in den Rücken zu fallen?"
Vanessa schlug die Augen nieder und begann leise zu erzählen.
"Meine Karriere war am Ende. Ich hätte bald keine Kollegen und Freunde mehr gehabt.
Der Freedom Front-Einsatz wäre zum Todesstoß für mich geworden. Ende der Fahnenstange."
"Wie meinst Du das?" Phil war verwirrt. Worauf wollte Vanessa hinaus.
"Man hatte mich dort eingeschleust um zu beurteilen, ob die Freedom Front zu
einer Gefahr für das Königshaus werden könnte." begann Vanessa und ihre
Stimme bekam eine wütende Färbung.
"Dachte ich jedenfalls... Ich habe mir dort verdammt nochmal den Arsch aufgerissen,
um einen guten Job zu machen und mir dort das Vertrauen zu erschleichen. Es war die
Hölle für mich. 2 Jahre lang ständig sich irgendwelche geschmacklosen Witze über das
Königshaus anhören zu müssen und dabei sogar noch mitzumachen! Aber ich habe es
geschafft mich so weit in deren Strukturen hoch zu arbeiten, dass ich an die wirklich
interessanten Informationen kam. Was ich dafür alles tun musste, erzähle ich dir besser
nicht.. aber was ich dann in Erfahrung brachte ließ bei mir sämtliche Alarmglocken klingeln.
Du kannst Dir nicht vorstellen an was für Waffen diese Leute kommen... Welche Mittel
ihnen zur Verfügung stehen! Die Subraumbombe ist nur die Spitze des Eisberges!
Als ich meinen Bericht absendete, war der Bürgerkrieg bereits voll im Gange."
Vanessa hatte sich in Rage geredet und löste sich ruckartig aus Phils Umarmung, um
unruhig in der Zelle auf und ab zu hinken.
Wütend strich sie sich eine Strähne aus dem Gesicht.
"Weißt Du was die Antwort auf meinen Bericht war?! Man unterstellte mir, ich würde
mit Lord Leary sympathisieren und meine Berichte entsprechend fälschen! Die Kacke
ist am Dampfen und man glaubt mir nicht! Kannst du dir das vorstellen?!
Mir wurde klar, dass man die Wahrheit nicht hören wollte. Die Königin wollte offenbar
nur Berichte, die sie in ihrem Vorhaben, die Mittel für die RSF zu kürzen, bestätigten.
Da passte mein Bericht nicht in`s Bild. Wie einfach ist es da doch mir zu unterstellen
Leary zu unterstützen! Was ein solcher Eintrag in meiner Akte bedeuten würde, brauche
ich dir ja nicht zu erzählen!
Ich hatte keine andere Wahl, als zu beweisen, dass meine Berichte keine Lügenmärchen
sind. Aber so, daß niemand mitbekommt, daß ich der Wahrheit noch etwas nachgeholfen habe...
Sie sollten erleben, was passiert, wenn eine Vanessa Darrow für die Gegenseite arbeitet!
Aber zugleich wollte ich dafür sorgen, dass diese Sesselfurzer in ihren schön eingerichteten
Büros ihre Nase in genau die Scheiße stecken, die sie so sehr schön zu reden versuchten!"
Phil wurde sich langsam unsicher, ob er den Rest noch hören wollte. Langsam fügten sich
die Puzzleteile zusammen. Vanessa zu verärgern war noch nie eine gute Idee... Sie neigte
zu Überreaktionen, auch wenn sie sonst einen recht besonnenen Eindruck
machte. Doch so wütend hatte selbst Phil seine Schwester noch nicht erlebt. Was ihn
noch mehr beunruhigte, war der geradezu fanatische Unterton, der in ihrer Stimme
mitschwang.
"Wir haben damals dem Königshaus unsere ewige Treue geschworen. Wir haben
geschworen es vor Gefahren vor Außen, als auch von Innen zu beschützen!"
fauchte Vanessa.
"Worauf willst Du hinaus?" Phil tat sich schwer die wenigen Worte heraus zu bringen,
da sein Mund plötzlich völlig ausgetrocknet schien und es ihm die Kehle zuschnürte.
"Die Königin ist unter den gegebenen Umständen nicht in der Lage das Königshaus
zu halten, wenn sie den Kurs ihrer Politik nicht ändert! Lord Leary erschien mir die
bessere Alternative. Vor allem nahm er die Bedrohung durch die Freedom Front ernst
und hatte ein offenes Ohr für mich!
Von meinem Plan, der Königin die Subraumbombe vor die Nase zu setzen, so daß
sie gar nicht anders mehr kann, als ihren Fehler einzusehen, war er hellauf begeistert."
"Dein Plan?" flüsterte Phil entsetzt. "Es war auch noch deine Idee ein ganzes System
auszulöschen? Gewissenlos so viele Unschuldige töten, nur um einen Eintrag in deine
Akte zu verhindern?!"
Phil fühlte sich wie benommen. Zu keiner Empfindung fähig, die er in Worte hätte fassen
können.
Vanessa hatte es in ihrer Kindheit nicht leicht. Ihr Vater schlug sie bei jeder Kleinigkeit
und ansonsten ignorierte er sie. Ein Lob hatte sie nie von ihm gehört. Irgendwann legte sie es sogar
darauf an von ihm geschlagen zu werden, da dies die einzigen Momente waren, in
denen sie seine ungeteilte Aufmerksamkeit hatte. Dabei hatte Phil kein einziges Mal
erlebt, daß Vanessa geweint hätte. Hätte sie es, wären Vaters Schläge vielleicht nicht
ganz so hart ausgefallen... Doch ihren Stolz ließ sie sich als Kind schon nicht brechen.
Phil hingegen war Vaters absoluter Liebling. Er konnte sich eigentlich nur an eine
einzige Ohrfeige erinnern. Das war, als er sich damals an Bord eines Frachtschiffes
geschlichen hatte, weil er als kleiner Junge total fasziniert von Abenteuern im Weltraum war.
Vanessa hatte es mitbekommen und versucht ihn da wieder raus zu holen, bevor Vater
es bemerken würde. Doch während sie Phil zwischen den ganzen Kisten versuchte
zu finden, wurde der Frachtraum verschlossen. Kurz darauf ging ein zittern durch
das Schiff, als die Triebwerke gestartet wurden. In seiner kindlichen Naivität freute
er sich in den Weltraum zu fliegen, während seine ältere Schwester erblasste und
sich nicht ausmalen wollte, wie Vater reagieren würde, wenn er davon erfuhr.
Und er erfuhr davon... nämlich, als die Militärpolizei der RSF die zwei blinden Passagiere
bei ihm vor der Haustür ablieferten... Kaum waren die beiden Soldaten gegangen, von denen
Phil und Vanessa völlig fasziniert waren, setzte es eine Ohrfeige. Jedenfalls blieb
es bei Phil nur bei der Ohrfeige. Vanessa hingegen, weil sie als Ältere hätte besser
aufpassen sollen, wurde so sehr verprügelt, dass sie erst auf der Intensivstation zwei
Monate später wieder aufwachte... Vater wurde inhaftiert. Phil hatte jeden Tag an Vanessas
Krankenbett ausgeharrt, weil er sich für Vaters Ausraster verantwortlich fühlte. Seine
Schwester wäre fast gestorben, nur weil er in den Weltraum fliegen wollte...
Aber sein damaliger Streich hatte auch etwas Gutes. Vanessas Interesse für die RSF war
geweckt worden und es war das Beste was ihr passieren konnte. Sie lernte und trainierte
hart, um den Anforderungen der Aufnahmeprüfung gerecht zu werden. Nun hatte sie
ein anderes Ziel vor Augen, als Vaters Anerkennung zu bekommen. Sie bestand als Beste,
obwohl sie aus einfachen Verhältnissen stammte. Endlich erhielt sie während ihrer Ausbildung
die Anerkennung und Respekt, der ihr von Vater immer verwehrt wurde.
Phil konnte es sich gut vorstellen, dass es Vanessa den Boden unter den Füssen weggezogen
haben musste, als man ihr unterstellte zu Lügen. Aber daß sie auf diese Weise
überreagieren würde...
"Ich wollte doch nicht, dass die Bombe zum Einsatz kommt!" schrie Vanessa plötzlich heraus,
die nun unruhig wurde. Eigentlich hatte sie das Alles gar nicht erzählen wollen, doch die geplante
Hinrichtung zerrte an ihren Nerven und mit jeder Minute, die verstrich wuchs das Bedürfnis sich
das alles von der Seele zu reden, auch wenn ihr Bruder sie hassen würde.
Vielleicht war es ganz gut so. Dann würde er schneller über ihren Tod hinweg kommen.
Sie setzte sich wieder zu ihrem Bruder und sah ihn ernst an.
"Natürlich hoffte ich, dass die Bombe erst gar nicht zum Einsatz kommen würde.
Es hätte schon ausgereicht, wenn die Königin freiwillig zurück getreten wäre und
Leary das Feld überlassen hätte. Deswegen ließ ich mir noch ein Hintertürchen offen.
Wer glaubst Du wohl, hat die Information durchsickern lassen, dass Leary sich über
die Freedom Front eine Subraumbombe beschaffen ließ? Dieser unfähige Red Fox
ist da sicher nicht von selbst über die Info gestolpert!"
Vanessa schnaubte abfällig.
"Jeder! Selbst das kleinste Rädchen in der Organisation der Freedom Front, hat
es 10 Meilen gegen den Wind gerochen, dass Red Fox ein Spion ist. Der hätte in
80 Jahren nicht einmal in Erfahrung gebracht, wie viel Zucker Leary in seinen Kaffee
geben lässt!!! Aber SEINEN Berichten schenkte man Glauben..." fauchte sie.
Phill schloss die Augen, um nicht länger dieses wahnsinnige Glitzern in Vanessas
Augen sehen zu müssen.
"Mein Gott Vanessa... Das ist doch verrückt..." flüsterte er kaum hörbar.
"Verrückt meinst Du? Weißt Du was verrückt ist? Dass ich trotz allem mein
Ziel erreicht habe.
Hätte die Königin keine Verstärkung angefordert; Verstärkung, die es gar nicht
erst gebraucht hätte, wären diese unsinnigen Einsparungsmaßnahmen nicht...
dann wäre ich bereits auf der Ventrue verblutet. Niemand hätte euch den
Aufenthaltsort von Lord Leary verraten können. Gewisser Weise lebt die Königin
nur deswegen noch, weil ich am Leben bin!
Sie lebt weiter und ich bin in einer knappen Stunde tot!!!
Was kann ich dafür, wenn die Königin so unnachgiebig ist? Die Zerstörung des
Systems hätte sie sich selbst zuschreiben müssen. Jetzt kann
sie gar nicht mehr anders, als sich einzugestehen, dass die Freedom Front
eine Bedrohung darstellt und es ein Fehler wäre der RSF die Mittel zu nehmen,
die wir brauchen, um unsere Werte zu verteidigen!
Phil stand der Mund offen. Er konnte nicht fassen, was er da hörte. Auf welche
verquere Weise sich Vanessas Weltbild verschoben hatte.
Traurig nahm er nochmal seine Schwester in den Arm und flüsterte ihr ins Ohr.
"Als ich heute hier rein kam und Deinen Schlaf, wie damals im Krankenhaus
beobachtete, da habe ich mir eine Frage gestellt.
Kann es sein, dass man sich selbst aus dem Auge verliert, wenn man zu lange
unter den falschen Leuten verweilt und vorgibt eine andere Person zu sein?"
Stille breitete sich in der kleinen Zelle aus.
Nach einer Weile, in der Vanessa über Phils Worte nachzudenken schien, senkte sie
den Kopf und eine Träne bahnte sich einen Weg über ihre Wange, der bald weitere
Tränen folgten...


(geschrieben von Spielleitung Wolf:)

Unvermittelt hallten schwere Schritte durch die Brigsektion der HMS Victory, als der massige
Ordonanzoffizier des Lord Admirals, Lieutenant Friedrich Hesse in Begleitung von vier RSF
Sicherheitsgardisten die Sektion betrat. Die vor der Zelle postierten Wachen nahmen Haltung an. In der Zelle
war durch das Schalldichte Kraftfeld nicht zu hören was gesagt wurde, doch es war offensichtlich das Hesse
ihnen befahl das Feld deaktivieren. Das leise Wimmern des nahezu durchsichtigen Felds erstarb, als einer
der Wachposten der Order nachkam.
"Lieutenant Commander Darrow," sagte Hesse ohne eine der beiden Personen in der Zelle direkt
anzusprechen. "Es ist soweit!"
Dann baute er sich mit ernstem Gesichtsausdruck in der Tür auf, und hob mit offizieller Geste sein Datenpad
- so das er sowohl den Text ablesen, als auch Vanessa immer wieder direkt anschauen konnte.
"Auf Befehl ihrer Königlichen Majestät Victoria II von Valyria, werden sie Lieutenant Commander Vanessa
Darrow wegen des erwiesenen Vergehens des Hochverrats, der Zusammenarbeit mit erklärten Feinden der
Krone, dem Mord an Offizieren der Königlichen Streitkräfte und der Beteiligung an einem versuchten
Genozid zum Tod durch erschießen verurteilt. Ihr Gnadengesuch wurde abgelehnt, das Urteil wird um 13.00
Uhr Bordzeit vollstreckt."
Hesse machte eine kurze Pause, und fixierte Vanessa dann mit eiskalten Augen, die keinen Zweifel daran
ließen wie sehr der RSF Offizier sie für das was sie getan hatte verachtete.
"Möge Gott Ihrer Seele gnädig sein! Wachen - führt sie in den Hangar!"
Mit diesen Worten trat er zurück und machte den Weg für die Sicherheitsgardisten frei, die Vanessa auf die
Beine hoben, ihr Handfesseln anlegten und sie dann ohne große Rücksichtnahme auf ihre Verletzung unter
Hesses eisigem Blick aus der Brig führten. Einzig eine der Wachen warf Phil einen kurzen, mitleidigen Blick
zu.

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